„taz“ und „Focus“

Pressestimmen zur documenta: Paradoxe Schau

Kassel. Nicht nur ökonomisch sei die documenta bislang ein Erfolg, heißt es in der Halbzeit-Bilanz der „Tageszeitung“. Zu viele Werke hätten sich bereits ins kollektive Gedächtnis gegraben.

Dazu gehören etwa William Kentridge, Thomas Bayrle und Theaster Gates’ Gesamtkunstwerk im Hugenottenhaus, „ein begnadeter Drahtseilakt zwischen Nachbarschaftshilfe und Bildhauerei“.

Mit ihrer Kritik des Anthropozentrismus habe d13-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev intellektuell ähnlich Schiffbruch erlitten wie Roger M. Buergel 2007 mit der Idee der „Migration der Form“. Die Vorstellung, Pflanzen und Tiere seien dem Menschen ebenbürtige Künstler, stelle das Existenzrecht der Kunst zur Disposition. „Ernst zu nehmende Belege für die brisante These blieb die Kuratorin jedoch schuldig“, so die „taz“.

Dass die große Abrechnung mit dieser Idee ausblieb, liege an der „ästhetischen Mischkalkulation“ der Kuratorin: „Geschickt bettete sie ihre These in so viele andere hervorragende Werke, dass ihr Kernthema nicht alles dominierte.“ Die d13 sei „das Paradox einer Schau, die das Nichthumane beschwört. Von der aber alle schwärmen, wie zugewandt sie dem Menschen sei.“

Für Kunstprofessor Wolfgang Ullrich ist die d13 misslungen. „Eine zynische Documenta, die dümmste, die es je gegeben hat“, schrieb der Karlsruher Professor im „Focus“. Die Schau sei „durchwegs ironiefrei und humorlos“. CCB habe sich auf die Philosophie des Skeptizismus berufen, doch diese „nicht richtig angewendet“. Das Konzept, unterschiedliche Kunst, Menschen, Tiere und Dinge in Gleichungen gegenüberzustellen, sei absurd und geschmacklos. (vbs)

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.