Plastik wird recycelt

Parthenon wird nach der documenta zu Joghurtbechern

+
Was passiert eigentlich mit dem vielen Plastik am Parthenon? Diese Frage haben sich viele gestellt.

Kassel. Um den Parthenon auf dem Friedrichsplatz vollständig mit Büchern zu behängen, fehlen noch etwa 2000 Exemplare, sagt documenta-Sprecher Timo Weißberg.

Insgesamt passen noch 7000 Bücher an das Kunstwerk. 5000 von Verlagen und Privatpersonen gespendete Bücher liegen der documenta schon vor. Sie müssen noch eingeschweißt und aufgehängt werden.

Bei der documenta GmbH gibt man sich aber sehr zuversichtlich, dass im Laufe der nächsten Wochen noch ausreichend Bücher zusammenkommen, die irgendwann irgendwo auf der Welt einmal verboten waren, um das gesamte Gerüst auszustatten. Derzeit fehlen noch Bücher an sechs Säulen des Parthenons. Die Installation aus Stahl wurde in Kassel nach dem Vorbild des Tempels auf der Athener Akropolis errichtet. Am Ende sollen daran 55.000 Bücher hängen.

Allerdings werden diese nicht für lange Zeit zu sehen sein. Die documenta plant nämlich, eine Woche vor Beendigung der Ausstellung damit zu beginnen, die Bücher wieder abzuhängen. Sie sollen dann an Besucher verteilt werden. Zudem wird ein Teil der Stadtbibliothek übergeben. Das bedeutet, dass das Stahlgerüst am Ende der documenta 14 wieder nackt ist.

Und was passiert mit dem ganzen Plastik am Parthenon? „Sowohl das Plastik, in dem die einzelnen Bücher verpackt sind, als auch das Plastik, das um jede vollständig behangene Säule gewickelt wird, ist sortenrein und kann zu 100 Prozent recycelt werden“, so documenta-Sprecher Weißberg.

Auf Wunsch der Künstlerin Marta Minujín werde jedoch das Plastik um die einzelnen Bücher nicht entfernt. Die Plastikfolien, die um jede vollständig behangene Säule gewickelt wurden, würden in Säcke gepackt und bei den Stadtreinigern verpresst. Die verpressten Säcke würden dann nach Korbach geliefert, wo sie zu Plastikgranulat verarbeitet werden. Dieses Granulat könne dann zu neuen Produkten, wie zum Beispiel Joghurtbecher, verarbeitet werden.

Es fehlen noch 2000 Bücher für Parthenon

Der Parthenon der Bücher auf dem Friedrichsplatz hat eine Grundfläche von 31 mal 70 Metern und ist genauso groß wie der antike Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Griechenland. Das Kunstwerk, das zu den spektakulärsten der documenta 14 zählt, schlägt damit eine Brücke zwischen Athen und Kassel. 

Mit dem „Parthenon der Bücher“ will die argentinische Künstlerin Marta Minujin ein Zeichen gegen Zensur und die Verfolgung von Schriftstellern in aller Welt setzen. Bücher (sie müssen irgendwann auf der Welt mal verboten gewesen sein) können direkt am Parthenon auf dem Friedrichsplatz gespendet werden. Dort steht eine Box.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.