Zerstören Bäume die Wirkung des Kunstwerks?

Neue Nachbarn des Penone-Baums sorgen für Diskussion

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Keine 20 Schritte Entfernung: Eine der Neuanpflanzungen am Penone-Baum.

Kassel. In der Nähe des Penone-Baums sind ein Ahorn und eine Linde gepflanzt worden. Sie ersetzen zwei Bäumchen, die bereits bei der Aufstellung der Plastik auf der Wiese nahe der Gustav-Mahler-Treppe standen und eingegangen sind. Doch werden die Bäume später die Wirkung des Kunstwerks stören?

Zumindest im Kasseler Rathaus fürchtet man das: „Wir halten es nicht für geeignet, jetzt um das documenta-Kunstwerk neue Bäume anzupflanzen“, teilt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp auf HNA-Anfrage mit. „Die Bäume beeinträchtigen, zumindest wenn sie größer gewachsen sein werden, die Sichtbeziehungen und die Wahrnehmung des Kunstwerks und damit seine Gesamtwirkung.“

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„Im Übrigen wäre es wünschenswert gewesen“, ergänzt Bohnenkamp, „wenn die MHK im Vorfeld der Pflanzung Kontakt mit der Stadt Kassel aufgenommen hätte. Das hat leider nicht stattgefunden.“

Damit findet die Auseinandersetzung um den Standort des Werks „Idee di Pietra“ („Ansichten eines Steins“) des Künstlers Giuseppe Penone eine Fortsetzung. Der Italiener, bereits Teilnehmer der documenta-Ausstellungen 5, 7 und 8, hatte den Bronzestamm mit einem Stein in der Astgabel mit der künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev als erstes Kunstwerk der documenta 13 errichtet. Während der Ausstellung 2012 hat es sich als Lieblingswerk der Kasseler erwiesen. Spenden regionaler Unternehmen und vieler Bürger trugen dazu bei, dass es in der Stadt bleiben kann. Dann aber gab es Unstimmigkeiten über den Standort.

Eine Expertenkommission mit Vertretern von Stadt und Museumslandschaft Hessen Kassel unter Vorsitz des Verwaltungsdirektors der Kulturstiftung des Bundes, Alexander Fahrenholtz, entschied, dass der Baum in der Karlsaue verbleiben solle. Die Stadt, Eigentümerin des Kunstwerks, und die MHK hatten vorab vereinbart, den Beschluss der Fachleute zu akzeptieren.

Fotos: Der Penone-Baum in der Karlsaue

Der Penone-Baum in der Karlsaue

MHK-Sprecherin Lena Pralle betont, dass die Bäume im Parkpflegewerk verzeichnet seien, das die Pflege und Gestaltung nach historischem Vorbild vorsieht. Nicht alle Bäume schafften es über die Jahreszeiten, manche würden durch Vandalismus zerstört. „In diesem Fall werden die kaputten Pflanzen nachgepflanzt, bis sie angehen“, so Pralle. „Da jetzt Pflanzzeit war, wurden Ahorn und Linde ersetzt.“

Von Mark-Christian von Busse

Quelle: mydocumenta

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