„documenta ist Hoffnung“

Planungen für 2017: Athener Bürgermeister besuchte Kassel

Am Fuße des Weltkulturerbes: (von links) Angelika Hüppe, Geschäftsführerin Kassel Marketing, der Bürgermeister von Athen Yiorgos Kaminis, der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen und die documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff. Foto: Meyer

Kassel. Ein volles Programm hatte am Freitag Athens Bürgermeister Yiorgos Kaminis bei seinem Besuch in Kassel. Das Hauptthema dabei: die documenta - natürlich.

Neben einer Stadtrundfahrt standen dabei auch Gespräche mit Unternehmern und Vertretern von Einrichtungen wie Universität und Staatstheater auf dem Plan. Nach dem Besuch von Kaminis und Oberbürgermeister Bertram Hilgen auf der Tourismusmesse ITB am Donnerstag, wo die Kooperation der beiden Städte bei der documenta 14 im Jahr 2017 vorgestellt wurde, ging es nun um das nähere persönliche Kennenlernen und um das Ausgestalten der Zusammenarbeit.

Vortragsreihen

Hilgen machte abschließend deutlich, dass beide Städte eine intensive Zusammenarbeit anstreben – auch über die Kunstausstellung hinaus. Von Institutionen wie Volkshochschule und Universität sollten im Vorfeld etwa Vortragsreihen konzipiert werden, an denen jeweils auch Gäste aus der anderen Stadt teilnehmen könnten. Auch ein Austauschprogramm für Grundschüler ist ins Gespräch gebracht worden.

Kaminis betonte, dass das Motto der Schau zwar „Von Athen lernen“ heiße, Athen aber nichts zu lehren, sondern vielmehr etwas zu zeigen habe: die Krise, aber auch das alltägliche Leben in einer Stadt, in der Antike auf Moderne trifft. Gerade in Krisenzeiten blühe die Kunst in seiner Stadt, sagte Kaminis, es werde aktuell ein Museum für moderne Kunst eröffnet, im nächsten Jahr folge eine Nationalbibliothek und eine moderne Oper, finanziert von Stiftungen.

Er sehe die documenta als eine große Werkstatt – was dabei am Ende herauskommt, könne vorher noch nicht feststehen. An möglichen Orten für die Ausstellung mangele es nicht.

Noch sei das Austellungsprojekt in seiner Stadt kaum bekannt, sagte Kaminis – außer bei wenigen Kennern der documenta, die die Pläne enthusiastisch aufgenommen hätten. Aufgabe für die nächsten zwei Jahre sei also, die documenta, und was sie für die Stadt bedeuten könne, in Athen bekannt zu machen. Sein Fazit: „Die documenta ist Hoffnung“.

Oberbürgermeister Hilgen betonte am Rande des Gesprächs, dass eine documenta 14 auf Augenhöhe zwischen Kassel und Athen heiße: intellektuell auf Augenhöhe. Es sei selbstverständlich, dass die Schau in künstlerisch-qualitativer Hinsicht nicht zwischen den Standorten unterscheide.

Beim Budget müsse man sich klarmachen, dass von den etwa 30 Millionen Euro der documenta 3,5 Millionen für Athen vorgesehen seien – davon kämen aber nur 300.000 Euro aus dem eigentlichen documenta-Topf, der Rest werde nach jetziger Planung über das Auswärtige Amt, das Goethe-Institut und über Sponsoren finanziert.

Mehr zum Thema lesen Sie am Samstag in der gedruckten Ausgabe.

Lesen Sie auch:

- Athen gibt sich selbstbewusst als gleichberechtigte documenta-Stadt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.