1. Startseite
  2. Kultur
  3. documenta

Rampe wird zur Scheune: Material der documenta soll weiter genutzt werden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Siemon

Kommentare

Attraktiver Zugang: Aus der Holzrampe, die zu den Ausstellungsräumen an der Hafenstraße 76 führt, soll nach der documenta eine Scheune werden.
Attraktiver Zugang: Aus der Holzrampe, die zu den Ausstellungsräumen an der Hafenstraße 76 führt, soll nach der documenta eine Scheune werden. © Thomas Siemon

Die documenta soll nachhaltig zu Ende gehen. Material von Holzkonstruktionen bis zur Erde für den Bambusgarten kann weiter genutzt werden.

Kassel – Die Rampe aus Holz, die zu den Ausstellungsräumen in den ehemaligen Lagerhallen an der Hafenstraße 76 führt, wirkt schon wie ein Kunstwerk. Sie gehört zu den Beiträgen der documenta, die in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten (BDA) entstanden sind. Eigentlich viel zu schade, um sie wieder abzubauen.

Genau das wird aber nach dem Ende der Kunstschau in gut zwei Wochen geschehen. Danach soll das Material allerdings weiter genutzt werden. Die Kasseler Initiative Solidarische Landwirtschaft (Solawi) bekommt das Holz und baut damit eine Scheune.

Materialverwertung: Die Holzschnitzel und die Erde des Bambusgartens gehen an die Initiative Essbare Stadt.
Materialverwertung: Die Holzschnitzel und die Erde des Bambusgartens gehen an die Initiative Essbare Stadt. © Privat

Das ist ein typisches Beispiel für die Idee von Ruangrupa, die Ausstellung nicht einfach nur abzubauen, sondern das Material zur Verfügung zu stellen.

Das trifft auch für den Bambusgarten von Britto Arts Trust unterhalb der documenta-Halle zu. Die Holzschnitzel, die auf den Wegen liegen und die dort verwendete Erde für den Küchengarten soll an das Projekt Essbare Stadt gehen. Noch sei nicht geklärt, was aus den in Handarbeit entstandenen Bambuskonstruktionen wird, sagt Iswanto Hartono von Ruangrupa. Gut möglich, dass die auch weiter verwendet werden.

Das Thema Nachhaltigkeit in der Kulturbranche spielte bereits im Vorfeld der documenta eine Rolle. Wenn man mal genau hinsieht, dann gehören zum Mobiliar der regionalen Streetfood-Meile am Friedrichsplatz zahlreiche alte Schulstühle. Die stammen aus Kasseler Schulen, die von der Stadt mit neuem Mobiliar ausgestattet wurden. Auch die Altkleider für das Kunstwerk in der Aue wurden nicht eigens nach Kassel gebracht. Sie stammen von der Kasseler Recyclingfirma Trillhoff, die mit der documenta zusammenarbeitet.

Mit dem Ende der Ausstellung vor Augen soll jetzt eine Kampagne beginnen, bei der Teppiche, andere Bodenbeläge, Bilderrahmen, Trennwände und dergleichen für Interessierte angeboten werden. Man wolle die nicht mehr benötigten Ausstellungsmaterialien an gemeinwohlorientierte Projekte weitergeben, so die documenta in einer Presseerklärung.

Idealerweise könnten die Materialien nach Ende der documenta an einem der 32 Ausstellungsorte abgeholt werden. Bei Hübner im Kasseler Osten wurde den bundesweiten Initiativen für Materialkreisläufe eine Plattform gegeben. Der große Plüschhund „Moondog“, der aus einem Bühnenbild stammt, hat jetzt ein neues Zuhause in der Wilhelm-Leuschner-Schule in Niestetal gefunden. Mittlerweile hat sich auch die Initiative Materialverteilung Kassel gegründet, die bei der nachhaltigen Ressourcennutzung mithelfen will.

Privatpersonen und Vertreter von Projekten können sich per E-Mail bei der documenta melden. Am besten mit einem Foto von dem konkreten Ausstellungsmaterial, für das Interesse besteht. (Thomas Siemon)

Kontakt: materialcycles@documenta.de

Auch interessant

Kommentare