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„Reflecting Points“ als besondere Orte in Kassel während der documenta

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Von: Kirsten Ammermüller

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Reflecting Point 3 in der Kasseler Aue: Sitzgelegenheiten aus groben Holzklötzen l
Reflecting Point 3 in der Kasseler Aue: Sitzgelegenheiten aus groben Holzklötzen laden zum Sitzen ein. © Andreas Fischer

Ein Projekt vom Bund Deutscher Architekten schafft acht besondere Orte auf der documenta fifteen. Sie laden zum Ruhen, Rasten und Reflektieren ein.

Gut Ding will Weile haben – oder aber den richtigen Ort. Eine inspirierende Umgebung, um die eigenen Gedanken kreisen zu lassen und das zuvor Gesehene und Gehörte gedanklich verarbeiten zu können.

Nach einem intensiven Besuch der documenta ist ein solcher Ort möglicherweise eine willkommene Gelegenheit, um die vielen Eindrücke zu sortieren und noch einmal auf sich wirken zu lassen. Dazu bieten die sogenannten Reflecting Points, die über das Stadtgebiet verteilt sind, Gelegenheit. Ein Projekt vom Bund Deutscher Architekten (BDA) in Kooperation mit der documenta fifteen.

Reflecting Point 6 während der documenta in Kassel: Das Luftbad am Hiroshima-Ufer an der Fulda.
Reflecting Point 6 während der documenta in Kassel: Das Luftbad am Hiroshima-Ufer an der Fulda. © Pia Malmus

Die Aufgabenstellung lautete, Orte zum Rasten, Besinnen und Reflektieren zu schaffen. Entstanden sind acht Arbeiten, die sich in ihr Umfeld einfügen, neue Sichtachsen eröffnen und Denkanstöße bieten.

  1. Hinterhof Ruruhaus: In einem Baugerüst stehen 15 Hochbeete, in denen essbare Pflanzen angebaut werden, die in gemeinsamen Cooking Sessions verarbeitet werden sollen. Zudem gibt es ein Bodengemälde, das mit seinen kräftigen Farben die graue Parkplatz-Tristesse überspielt und Akzente setzt. Architekten: Uwe Hoegen und Stefanie Kleppek – Baufrösche Architekten, Gerhard Greiner – HHS Planer+Architekten AG, Michael Triebswetter und Katharina Janusch – GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt.
  2. Friedrichsplatz: Der schwarze Kubus sticht ins Auge. Das aus Kohlebriketts errichtete Gebäude ist begehbar, im Inneren wachsen Pflanzen. Ein kleines Museum, das dem Betrachter die Assoziation nahelegt, „Kohle gehört ins Museum und nicht erst im Jahr 2038. Nutzen wir die regenerative Kraft der Erde und Pflanzen.“ Architektur: Christoph Hesse & Barbara Ettinger-Brinckmann.
  3. Birkenhain in der Aue: Aus Holzklötzen errichtete rechteckige Sitzgelegenheiten, in denen die Besucher einander gegenüber Platz nehmen können. Architektur: Christoph Hesse & Barbara Ettinger-Brinckmann.
  4. Vor den Bänken am Schwanenteich: Ein aus Hordengatter errichtetes Bauwerk, in der Mittelachse zwischen Orangerie und Schwanenteich. Die Latten werden ursprünglich als Holzzäune verwendet und dienen dem Schutz von Jungpflanzen vor Tieren, die die jungen Pflanzen anfressen. Architektur: Christoph Hesse & Barbara Ettinger-Brinckmann.
  5. Unmittelbar neben dem Reflecting Point 4: Hoch aufragende, kahle Stämme bilden einen Kreis. Würden sie übereinandergestellt, wiesen sie die Höhe des Baumes auf, der sie einmal waren. Der Baum wurde 1896 von einem kleinen Mädchen namens Maria im Sauerland gepflanzt. Im vergangenen Jahr ist er abgestorben. Ein Mahnmal gegen den voranschreitenden Klimawandel. Architektur: Christoph Hesse & Barbara Ettinger-Brinckmann.
  6. Hiroshima-Ufer: Hölzerne Stege und Sitzstufen an der Fulda laden zum Luft-, Sonnen-, aber auch zum Flussbaden ein. Aus Weiden geflochtene Kabinen dienen zum Umziehen. Architektur: Markus Hanisch und Annika Seitz.
  7. Hallenbad Ost: Ein langer Holzsteg und ein pyramidenartiger Pavillon setzen sich mit drei grundsätzlichen Fragen auseinander, die Architekten in Entwürfen und städtebaulichen Maßnahmen berücksichtigen: Verwendung CO2-sparender Baustoffe, die Anbindung des Kasseler Osten und drittens die Überhitzung der Innenstädte. Das verwendete Material ist Kiriholz. Ein Baum, der bei guten Bedingungen in einem Jahr über fünf Meter wachsen kann und dabei in einem Zehntel der Zeit so viel Holzvolumen produziert, wie eine Eiche. Durch seine großen Blätter absorbiert der Kiribaum sehr viel CO2. Architekten: John Kosmalla, Thomas Meyer, Marc Köhler und José Vilches Maraboli – KM Architekten BDA.
  8. Hafenstraße 76: Eingang und Aufenthaltsort zugleich. Die breite Rampe lädt einerseits durch Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein, andererseits bildet sie einen attraktiven Eingangsbereich in das leer stehende Industriegebäude. Das Dach dient weniger dem Schutz vor Regen, bietet aber ein interessantes Lichtspiel und schafft eine gemütliche Atmosphäre.
Reflecting Point 7 während der documenta in Kassel: Steg und Pavillon aus Kiriholz am Hallenbad Ost.
Reflecting Point 7 während der documenta in Kassel: Steg und Pavillon aus Kiriholz am Hallenbad Ost. © Dieter Schachtschneider

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