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Schlangestehen für die Kunst: Großer Besucheransturm sorgt für Wartezeiten

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Von: Anna-Laura Weyh

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Lange Schlangen vor den Ausstellungsorten am Friedrichsplatz: Am vorletzten documenta-Wochenende war viel los in Kassel.
Lange Schlangen vor den Ausstellungsorten am Friedrichsplatz: Am vorletzten documenta-Wochenende war viel los in Kassel. © anna weyh

Nur noch wenige Tage documenta in Kassel und die Besucherinnen und Besucher müssen am vorletzten Wochenende der Weltkunstschau vor allem eines tun: Schlangestehen.

Kassel – Vor dem Fridericianum drängen sich die Wartenden im Zick-Zack über den Friedrichsplatz, die Schlange vor der documenta-Halle reicht bis zum Steinweg. Und auch in Bettenhausen sieht es nicht anders aus: Vor dem Hallenbad Ost stehen die Menschen bis auf die Leipziger Straße an, und bei Hübner gibt es Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde. Doch die meisten Kunstfans nehmen es mit Humor, die gute Laune bleibt.

Im Ruruhaus

Vier Ticketschalter sind im Ruruhaus geöffnet und vor jedem stehen Menschen, um Tagestickets für die documenta zu kaufen. „Unter der Woche ist nicht so viel los bei uns, aber an den letzten Wochenenden ist der Ansturm enorm“, sagt eine documenta-Mitarbeiterin.

Die Schwestern Bärbel und Andrea Galnoska sind aus Köln und Paderborn nach Kassel gekommen, um sich die Kunst einen Tag lang anzuschauen. „Wir wollen ins Hallenbad Ost, das wurde uns empfohlen“, sagen sie. Eigentlich haben sich die Schwestern auch auf das Fridericianum gefreut. „Aber das lassen wir, da ist uns zu viel los.“

Vor dem Fridericianum

Es stimmt: Die Warteschlange vor dem Fridericianum reicht nicht nur bis zur Mitte des Friedrichsplatzes, wie es an vorherigen documenta-Wochenenden immer mal wieder zu beobachten war. Heute knickt die Schlange auf Höhe des Zeltes „Embassy“ von Richard Bell ab und reicht ebenso lang wieder zurück in Richtung Fridericianum.

Sie haben es fast geschafft: Marina van der Lecq und Sander Vroegindeweij aus den Niederlanden stehen für einen Besuch im Fridericianum an.
Sie haben es fast geschafft: Marina van der Lecq und Sander Vroegindeweij aus den Niederlanden stehen für einen Besuch im Fridericianum an. © Weyh, Anna-Laura

Marina van der Lecq und Sander Vroegindeweij aus den Niederlanden haben mittlerweile fast den Eingang des Fridericianums erreicht. Wie lang die beiden gewartet haben? „Nur eine Viertelstunde, aber ich gebe zu, ich habe gemogelt“, sagt Marina van der Lecq mit einem Augenzwinkern. Ihr Begleiter habe sich in die Schlange gestellt und sie ist noch eine Weile in der Innenstadt einkaufen gewesen. „Kreativ muss man sein“, sagt sie.

Am Hallenbad Ost

Die Warteschlange am Ausstellungsort Hallenbad Ost im Kasseler Stadtteil Bettenhausen ist zwar deutlich kürzer als in der Innenstadt. Allerdings hat es derweil angefangen zu regnen. Doch auch das stört die Besucherinnen und Besucher nicht. Top vorbereitet werden Regenschirme aufgespannt und Kapuzen übergezogen.

Wartezeit überbrücken: (von links) Lea Bacová, Alwin Hellwich und Franzi Roßbach aus Bamberg mit Seifenblasen vor dem Hallenbad Ost.
Wartezeit überbrücken: (von links) Lea Bacová, Alwin Hellwich und Franzi Roßbach aus Bamberg mit Seifenblasen vor dem Hallenbad Ost. © Weyh, Anna-Laura

Die Wartezeit vertreiben sich Lea Bacová, Alwin Hellwich und Franzi Roßbach aus Bamberg, indem alle drei ein Fläschchen Seifenblasen zücken – und bei dem starken Wind, der plötzlich aufkommt, fliegen die Blasen wild durcheinander zwischen die Pappfiguren des indonesichen Kollektivs Taring Padi. Das sieht fast aus wie ein eigenes kleines Kunstwerk. „Ein bisschen Unterhaltung in der Schlange“, sagen die Studierenden.

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