Sieben documenta-Beiträge sollen bleiben

Kassel. „Es sind alles tolle Arbeiten.“ Die Leiterin der Neuen Galerie, Dr. Dorothee Gerkens, ist glücklich mit der Auswahl der Kommission, die darüber entschieden hat, welche documenta-Kunstwerke gekauft werden sollen. Sieben Arbeiten sind es insgesamt.

Damit ist das Budget von 385.851 Euro von der Stadt Kassel und 200.000 Euro vom Land Hessen voll ausgeschöpft. Voraussichtlich am 24. Oktober wird sich der Magistrat mit dem Kauf der jetzt vorgeschlagenen vier Kunstwerke befassen. Drei Ankäufe sind bereits beschlossen. Fast alle Werke haben einen Bezug zu Kassel oder zur Region. Der Penone-Baum, der nun schon seit zwei Jahren in der Karlsaue steht, ist jedoch nicht dabei.

Die vier weiteren Kunstwerke standen auf der Vorschlagsliste Gerkens. Das Budget für documenta-Kunst sollte vorrangig die Sammlung der Neuen Galerie stärken und sich in diese einfügen, erläutert Oberbürgermeister Hilgen.

So sollen alle gekauften documenta-Werke später einmal in der Neuen Galerie zu sehen sein. Einzige Ausnahme sind die Vitrinen von Mark Dion, die der US-Künstler eigens für die berühmte Holzbibliothek von Carl Schildbach im Ottoneum (Naturkundemuseum) entworfen hatte.

Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier ist besonders froh, dass es gelingen wird, die Steinbücher von Michael Rakowitz zu kaufen. Bei den Skulpturen handelt es sich um Nachbildungen von Büchern, die 1941 bei der Bombardierung des Fridericianums zerstört wurden. Ebenso wie „Alter Bahnhof Video Walk“ von Janet Cardiff und George Bures Miller gehört dieser Beitrag zu den Lieblingswerken der documenta-Besucher.

Dorothee Gerkens

Bei der Auswahl der Kunstwerke spielten nicht nur künstlerische Gründe eine Rolle, erläutert Gerkens. Schließlich musste auch berücksichtigt werden, welche Beiträge sich über Jahre erhalten lassen. Die bei Besuchern besonders beliebte Arbeit des Amerikaners Geoffrey Farmer in der Neuen

Galerie, die aus Hunderten Papier-Fotos besteht, wäre beispielsweise schwierig zu bewahren. Und außerdem zu teuer. Letzteres trifft auch auf das Lieblingskunstwerk der Kasseler, den Bronzebaum („Idee die pietra“) von Giuseppe Penone, zu. „Es wäre schmerzlich, wenn der Penone-Baum Kassel wieder verlassen müsste“, sagt Hilgen. Doch der Preis für die Skulptur (dem Vernehmen nach deutlich mehr als 500.000 Euro) übersteige leider das vorhandene Budget. Außerdem sei das Geld für documenta-Kunst bisher nicht für Außenkunstwerke verwendet worden, sagt Hilgen.

So kauften die Kasseler 1992 beispielsweise den Himmelsstürmer von Jonathan Borofsky für 690.000 D-Mark (353.000 Euro) mithilfe einer Sammelaktion und von Kulturstiftungen. Bleibt die Hoffnung, dass sich auch für den Penone-Baum noch Sponsoren finden. Arc

Quelle: mydocumenta

Rubriklistenbild: © Herzog

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