Viele Besucher mit fragenden Gesichtern

Offizieller Stadtplan der documenta: Wir haben ihn getestet

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Hier entlang, oder doch woanders? Carmen und Ingo Schmidt aus Heuchelheim kennen sich nicht in Kassel aus und testen den documenta-Stadtplan. 

Kassel. Bei der documenta ist das so: Wer einen Plan hat, hat nicht unbedingt einen Plan. Der offizielle Faltplan ist nicht der übersichtlichste.

Wir haben mal den Test gemacht – mit Menschen, die nicht aus Kassel kommen:

Man sieht sie immer wieder in der Stadt: documenta-Besucher mit fragenden Gesichtern und Stadtplänen in den Händen, die wohl nicht weiterhelfen. Wir haben die Stadtpläne der documenta mit zwei Besuchern, die sich nicht in Kassel auskennen, getestet: Das Ehepaar Carmen und Ingo Schmidt aus Heuchelheim bei Gießen lösen wie bei einer Schnitzeljagd Aufgaben anhand des Stadtplans.

1. Aufgabe: Fahre vom Bahnhof Wilhelmshöhe zum Parthenon . „Der Bahnhof ist leider nicht auf der Karte eingezeichnet“, sagt Ingo Schmidt. Auch den Parthenon suchen er und seine Frau vergeblich. Also steuert der 48-Jährige gleich auf einen Stadtplan am Eingang des Bahnhofs zu. „Ich habe in den Nachrichten gehört, dass der Parthenon auf dem Friedrichsplatz steht“, sagt Carmen Schmidt. Das Paar findet heraus, dass sie rund drei Kilometer in die Stadt zu dem Kunstwerk fahren müssen.

Die Suche geht weiter: Wie kommen die beiden dorthin? „Mit Bus oder Bahn. Nur welche Linie?“ Die beiden schauen sich im Bahnhof um, und bemerken die roten Hinweisschilder über dem Eingang und auf dem Boden – erst auf dem zweiten Blick. Diese führen zum richtigen Gleis. Wo man aber aussteigen muss, bleibt unklar.

„Mir ist das zu wenig. Mir fehlt ein Infostand der documenta. Wo ich sofort nach Ankunft weitere Informationen bekomme“, sagt Carmen Schmidt. Ingo Schmidt sagt: „Ich hätte mir wohl einfach ein Taxi zur Stadtmitte genommen.“

2. Finde den schnellsten Weg zu Fuß vom Friedrichsplatz zur Grimmwelt . Carmen Schmidts Vorschlag: „Ich laufe zur Frankfurter Straße, am Cinestar und Rathaus vorbei, zur Torwache und dann hoch am Hessischen Landesmuseum vorbei.“ Ihr Ehemann schlägt vor: „Ich laufe ebenfalls die Frankfurter Straße entlang, biege aber erst bei der Neuen Galerie nach rechts ab. Da muss doch wohl noch ein Weg sein.“

Beide würden ihr Ziel erreichen. Weil die Karten mit ihren Straßen sehr einfach gehalten ist, erkennen beide aber nicht, dass es weitere Wege gibt (etwa über die Brücke an der Neuen Galerie), auf denen man schneller ankommt.

3. Finde die Neue Neue Galerie . Die Schmidts finden sehr schnell die richtige Straße mit dem Eingang der Neuen Neuen Galerie. Hier hilft ihnen der Stadtplan gut, in die Gießbergstraße zu kommen. Nur einmal sind sie kurz wegen der Pfeile auf den gelben documenta-Schilder verwirrt: „Das sind bestimmt keine Wegweiser, die zeigen in eine ganz andere Richtung als auf der Karte“, sagt Ingo Schmidt.

4. Finde die Living Pyramide. Kleiner Tipp: Sie ist in der Nähe der Holländischen Straße . Die Living Pyramide ist nicht im Stadtplan eingezeichnet, stellen die Schmidts fest. „Die Holländische Straße ist fängt bestimmt am Holländischen Platz an.“ Also schauen beide dort nach. Tatsächlich gibt es die Holländische Straße, aber auf der Karte heißt sie Halitstraße. Wohin nun also? „Für die Aufgabe müsste ich mein Handy zur Hilfe nehmen.“

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