Vorbereitungen zur documenta 

Stolpersteine in Athen: documenta-Geschäftsführerin über Vorbereitungen zur d14

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Das Wahrzeichen Athens: Der Parthenon-Tempel auf der Akropolis. Eine Installation in gleicher Größe soll als „Parthenon der Bücher“ auf dem Kasseler Friedrichsplatz entstehen, die aus Tausenden verbotener Bücher besteht.

Kassel. Wie steht es um die documenta 14, die am 8. April in Athen und am 10. Juni in Kassel eröffnet wird? Vor dem Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung gab documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff Einblicke in die Vorbereitungen.

Schon jetzt ist klar: Die Herausforderung ist extrem: „Wir bereiten zwei Ausstellungen vor mit einem Team und einer Verwaltung, die bisher jeweils eine Ausstellung organisiert hat“, sagte Kulenkampff.

Dabei gab es zunächst einmal Lob für die documenta-Stadt Kassel. „Wir schätzen Kassel noch mehr als zuvor“, lobte Kulenkampff die „extrem hilfreichen“ Ansprechpartner in der Stadt, es gebe eingespielte Abläufe, die documenta sei fest im Bewusstsein der Menschen verankert.

In Athen seien die Voraussetzungen völlig anders, berichtete Kulenkampff. Das dortige Büro sei eine Dependance der Kasseler documenta GmbH – ohne eigene rechtliche Kompetenz. So sei es bereits schwierig gewesen, ein Bankkonto zu eröffnen und eine Steuernummer zu bekommen – Voraussetzung, um in Athen Mitarbeiter einstellen und mit einer Sozialversicherung ausstatten zu können. „Viele organisatorische Schritte sind sehr schwierig“, sagte Kulenkampff. Auf die Frage, was man denn – getreu dem documenta-Motto „Lernen von Athen“ – bei den Vorbereitungen in Athen gelernt habe, sagte Kulenkampff: „Wir haben gelernt, eine Ausstellung in einer total ungewohnten Umgebung zu machen.“

Sieben Wochen vor der Eröffnung in Athen gab sich Kulenkampff optimistisch: „Ich hoffe versprechen zu können, dass wir am 8. April in Athen eine wundervolle Eröffnung haben werden, und ebenso auch am 10. Juni in Kassel mit dem neuen Bundespräsidenten.“ Bereits jetzt zeichne sich ab, dass die Doppelausstellung, bei der 140 Künstler aus aller Welt an beiden Standorten präsent sein werden, der documenta in Kassel „einen enormen Aufschwung“ bringt. Der Ticketverkauf laufe hier „extrem gut“, bereits 1000 Führungen seien verkauft.

Auch in Athen sei das Interesse an der documenta mittlerweile sehr groß – „sie ist in aller Munde“. Dabei hat es Kulenkampff zufolge auch dort Lernprozesse gegeben. Zum Beispiel diesen: „Die documenta ist nichts, was kommt und alles schön macht, sondern eine Austellung, die kritische Fragen stellt.“ Über das Selbstverständnis der Ausstellung werde weitaus kontroverser diskutiert als im abgeklärten Kassel.

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