Geplant ist Bau für 24 Millionen Euro am Holländischen Platz

Kasseler Politiker streiten um Standort für neues documenta-Institut

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Da soll es hin: Auf dem rot markierten Bereich direkt am Uni-Campus am Holländischen Platz soll für 24 Millionen Euro ab dem Jahr 2018 das neue documenta-Institut gebaut werden. Links unten die Holländische Straße, rechts unten die Kurt-Wolters-Straße.

Kassel. Um den geplanten Standort für die künftige Forschungseinrichtung documenta-Institut am Uni-Campus wurde im Stadtparlament gestritten. 

Das neue documenta-Institut wird an der Universität Kassel direkt am Holländischen Platz errichtet. Das hat am Montagvormittag der Magistrat entschieden. Am Montagabend nickte die Stadtverordneten-Mehrheit diese Entscheidung für den 24 Millionen Euro teuren Neubau ab. Die CDU-Rathausfraktion fand für ihren Vorschlag, das geplante Foschungsinstitut hinter dem Fridericianum direkt am städtischen Kulturhaus Dock 4 zu errichten, keine Mehrheit.

Die CDU mochte sich nicht damit abfinden, dass nach dem Magistratsbeschluss die Standortdebatte beendet sein sollte. „Vor was haben sie eigentlich Angst“, fragte CDU-Stadtverordneter Marcus Leitschuh die Magistratsmitglieder. Von Transparenz und Bürgerbeteiligung gebe es bei dieser Entscheidung hinter der verschlossenen Tür der nicht öffentlichen Magistratssitzung „keine Spur.“

Der Standort müsse eine Anbindung an die documenta haben, forderte Leitschuh. Das Institut gehöre also nicht zu den Maschinenbauern der Uni an den Holländischen Platz, sondern allenfalls an die Aue zur dortigen Kunsthochschule. Am besten sei aber der Standort in der Innenstadt nahe am Fridericianum, wo schon jetzt das documenta-Archiv und Teile der documenta-Verwaltung beheimatet seien.

Dem mochte aber nur die AfD-Fraktion zustimmen. Stadtverordneter Sven René Dreyer kritisierte die „Alleinentscheidung“ des Magistrats, das Institut an einer der meistbefahrenen Straßenkreuzungen der Stadt zu bauen.

Auch von einem Standort am Philipp-Scheidemann-Haus könnten Uni und Nordstadt profitieren, sagte Dreyer. Und ein denkbarer Standort an der Kunsthochschule an der Aue sei gar nicht geprüft worden. Die Stadtverordnetenversammlung werde vom Magistrat schlicht umgangen, „das ist ein äußerst schlechter Stil.“

Die SPD-Stadtverordneten Dr. Rabani Alekuzei und Volker Zeidler verteidigten die Magistratsentscheidung. Dem Beschluss, am Holländischen Platz bauen, sei eine Untersuchung von insgesamt 17 Standorten in der Stadt vorausgegangen. Das Parkplatz-Grundstück an der Henschelstraße sei im Eigentum der Stadt, sofort verfügbar und sehr gut erschlossen. Der Neubau werde den Holländischen Platz und die Untere Königsstraße aufwerten und sei eine „stadtentwicklungspolitische Chance für die Nordstadt“, sagte Zeidler.

Grünen-Stadtverordneter Gernot Rönz sprach von einem „würdigen Platz“ für das Institut. Bei einem Neubau am Kulturhaus Dock 4 würde dort die freie Kulturszene verdrängt.

Kassels Stadtkämmerer und künftiger Oberbürgermeister Christian Geselle wies darauf hin, dass das Institut eine Forschungseinrichtung und im besten Fall ein künftiges Institut der Leibniz-Gemeinschaft werden solle. Der Verein fördert Wissenschaft und Forschung in seinen 88 Mitgliedseinrichtungen, die wissenschaftlich, rechtlich und wirtschaftlich selbstständig bleiben.

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