Tempelbau aus Büchern bei der documenta 14: Athen ist in Kassel

Die Argentinierin Marta Minujín wird bei der documenta 14 den Parthenon aus Büchern vor dem Fridericianum errichten. Ein Kommentar von Kulturredakteur Mark-Christian von Busse.

In Athen hat schon das Veranstaltungsprogramm begonnen, in Kassel ist von der documenta 14 wenig zu spüren – insofern ist die Präsentation des gigantischen Parthenon-Projekts der Hinweis, dass es auch hier losgeht: Für alle, die dem documenta-Sommer 2017 entgegenfiebern, ein tolles Signal.      Über den Erfolg der Installation der Argentinierin Marta Minujín sagt das allein natürlich noch nichts aus. Aber ihr Vorhaben, auf dem Friedrichsplatz einen Tempel verbotener Bücher zu errichten, ist eine bestechende Idee. Wo Walter de Maria seinen Erdkilometer in die Tiefe bohren, Beuys seine Basaltsteine abladen und Sanja Ivekovic ein Mohnfeld anlegen ließ, wird auch die nächste documenta ein markantes Zeichen setzen. Eines für Demokratie zumal, die in vielen Teilen der Welt eingeschränkt oder bedroht ist.     Der Parthenon entsteht, wo 1933 Bücher brannten, ruft also dunkle Stadtgeschichte in Erinnerung. Die Künstlerin holt ein Stück Athen nach Kassel, verklammert so die d14-Standorte, und fordert die Mitwirkung vieler. Das stiftet Gemeinsinn und ein Bewusstsein für die Meinungsfreiheit.

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