Hotel Kö 78 ging als Villa Zandoli zur documenta in Betrieb

Hotel Kö 78 wird zur Villa Zandoli: Ein Traditionshaus lebt auf

Führen die Villa Zandoli: Christiane Röhling (links) und Susann Höfer freuen sich auf internationale Gäste. Foto: Koch

Kassel. Hinter der historischen Fassade der Villa Zandoli geht es bunt zu: Kein Raum des wieder belebten Traditionshotels an der Kölnischen Straße gleicht dem anderen. Susann Höfer hat das Haus gemeinsam mit ihrer Freundin Christiane Röhling wieder flottgemacht.

Höfer erwarb das Kö 78 an der Kölnischen Straße vor zwei Jahren mit ihrem Mann. Im Schweizer Zimmer erwartet die Gäste ein rustikales Ambiente mit viel Holz, karierten Vorhängen und Keilerkopf (aus Plüsch) an der Wand. Wer es einfacher mag, kann ein Japan- oder Asia-Zimmer buchen. Großstadtmenschen checken im farbenfrohen New-York-Room ein.

Ehemann Eberhard Goebel half als handwerklich geschickter Mann tatkräftig mit. Befreundete Künstler aus Kassel wie Hanns-Jörg Schwardmann, Rosemarie Bohle und Bele Kreiss statteten das 1889 erbaute Haus mit eigenen Arbeiten aus. Bildhauerin Anne Michel will den mit Lavendel, Buchsbaum und alten Laubbäumen bewachsenen Garten ebenfalls mit Kunst bereichern.

Eigentlich wollte Susann Höfer in dem fünfstöckigen Gebäude ein Gemeinschaftswohnprojekt fürs Alter verwirklichen. Weil die Pläne noch reifen mussten, vermietete sie zunächst an Studenten aus aller Welt. „Das hat total Spaß gemacht“, sagt sie. Junge Leute aus Lateinamerika, China, Ecuador und aus ganz Europa haben an der Kölnischen Straße unter einem Dach gewohnt. Dass sie nicht auf Dauer dort bleiben konnten, sei von Anfang an klar gewesen.

Internationales Flair erhofft sich die Ökonomin nun auch von den Kunstfreunden, die zur documenta nach Kassel kommen. „Ich freue mich auf viele ausländische Gäste“, sagt sie. Ihre eigene Reiselust habe sie dazu angeregt, die 24 Zimmer individuell zu gestalten.

Mehr zur Villa Zandoli lesen Sie auch im HNA-Regiowiki

Bis kurz vor dem Start der documenta gab es noch viel zu tun. Die beiden oberen Etagen, von denen man einen weiten Blick über die Stadt hat, waren noch nicht fertig. „Ich hatte tausend Ideen“, sagt die 52-Jährige, die wegen eines Pflegefalls in der Familie eine berufliche Auszeit genommen hat. Die beiden ersten Etagen führt ihre Freundin, die im Hauptberuf Wirtschaftsingenieurin ist und ebenfalls pausiert, bereits seit September als Hotel.

Eine Sterne-Herberge sei die Villa Zandoli nicht, sagt Höfer. Aber ein offenes Haus, das seinen Gästen individuellen Charme und ein künstlerisches Veranstaltungsprogramm biete. Der Gecko als Markenzeichen soll dies symbolisieren. „Wir freuen uns auf offene Menschen“, sagt die Hausherrin. Ein zehnköpfiges Team betreut die Gäste.

Nach der documenta soll der Hotelbetrieb in einem Teil des Hauses weiterlaufen. Den Traum vom gemeinschaftlichen Wohnen im Alter hat Susann Höfer, die sich bei Abbeyfield engagiert, aber nicht aufgegeben.

Von Ellen Schwaab

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.