Proteste bei der documenta

Umgang mit Protesten bei der documenta: Viel Geduld mit Campern

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Rosa Panzer und Zelte: So sah es vor fünf Jahren zur documenta 13 auf dem Friedrichsplatz aus.

Kassel. Der Umgang der documenta mit Protesten ist sehr unterschiedlich. Vor fünf Jahren durften Kapitalismuskritiker vor dem Fridericianum campen.

Am Samstag wurde ein Demonstrant nahe des Parthenon of Books von der Polizei abgeführt.

Erinnert sich noch jemand an die Occupy-Bewegung? An die Kapitalismuskritiker, die erst vor den Banken in Frankfurt und dann auf der documenta auftauchten? Vor fünf Jahren war das. Bereits zu Beginn der documenta 13 entstand eine Art Campingplatz vor dem Fridericianum. Später kamen immer mehr Zelte hinzu. Damals setzte die documenta-Leitung nicht auf Konfrontation. Im Gegenteil: Die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev unterhielt sich mit den Demonstranten. Die Zelte dürften stehen bleiben, teilte sie dann mit. Sie forderte die Camper auf, „sich um den Platz zu kümmern und die Verantwortung für den Raum zu übernehmen, den sie das Recht haben zu besetzen“.

Zum Ende der Ausstellung im September räumte die Gruppe wie versprochen das Camp. Sie hinterließen unter anderem einen rosa Panzer aus Pappe, der die Kritik an Rüstungsexporten symbolisieren sollte.

Ärger über Figur

Weniger verständnisvoll war die Reaktion auf eine Kunstaktion der katholischen Kirche St. Elisabeth. Die hatte mit dem „Mann im Turm“ des Bildhauers Stephan Balkenhol für Diskussionen gesorgt. Sie fühle sich durch die Figur „bedroht“ hatte Caroly Christov-Bakargiev damals gesagt. Genutzt hat es nichts. Die Figur im Turm der Kirche in Sichtweite zum Fridericianum steht da heute noch. Der Konflikt sei aber „befriedet“, so Dechant Harlad Fischer im Vorfeld der aktuellen documenta.

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