Kasseler(innen) hoffen weiter auf seinen Besuch

Wann kommt Brad Pitt? Die documenta lebt auch von Gerüchten über den Schauspieler

Schaute dieses Jahr noch nicht in Kassel vorbei: Schauspieler Brad Pitt, der vor fünf Jahren die documenta besucht hat. Foto: dpa

Kassel. Ende vergangener Woche herrschte mal wieder Brad-Pitt-Alarm. Grund war ein Eintrag im Netzwerk Jodel, das vornehmlich von Studenten genutzt wird.

Dort hatte jemand verbreitet, der weltberühmte Schauspieler und diplomierte Frauenschwarm wäre in Kassel. Dazu wurde ein Foto gepostet, das Brad Pitt vor dem Parthenon zeigt. Die vermeintliche Nachricht machte im Internet die Runde, die Jagd nach Pitt begann. Später stellte sich alles als Bluff heraus. Mal wieder.

Mit der documenta 14 begann schließlich auch die Zeit der Gerüchte, die auf der Annahme basieren, Pitt würde es so machen wie 2012. Da tauchte er sehr plötzlich in Kassel auf – zum Rundgang über die documenta 13. Das befeuert die Fantasie. Nun gab es schon gleich am Anfang der aktuellen Weltkunstausstellung den Hinweis, der 53-Jährige würde wieder nach Nordhessen eingeschwebt kommen. Auch das: Fehlalarm. Und so stellt sich weiterhin die Frage, die für viele Kasseler(innen) eine der wichtigsten zu documenta-Zeiten ist: Wann kommt der Brad?

Die Sehnsucht nach dem Star wird größer mit jedem Tag, an dem wieder mal keine Berühmtheit zwischen Blutmühle und Obelisk gesichtet wird. Die nach oben offene Promiskala führen Designer Wolfgang Joop und Schauspieler Martin Semmelrogge an; da ist noch viel Luft nach oben. Ein Pitt würde die Wahrnehmung ändern.

Die Erinnerung an seinen letzten Kassel-Aufenthalt nährt die Hoffnung. Das bestätigt Brendon Kennedy vom Irish Pub, der derzeit einen Biergarten am Parthenon betreibt und immer wieder Anfragen nach Pitt hat. Und das bestätigt Gisela Leverato, die Chefin des Restaurants Osteria, in dem Pitt vor fünf Jahren speiste. Ständig würde sie gefragt, ob Pitt wiederkäme. „Der Besuch von damals ist noch im Herzen der Menschen“, sagt Leverato. Und nun? Keine Anzeichen, die auf Pitt deuten. Wobei: „Wenn ich es wüsste, dann würde ich es nicht verraten“, sagt Leverato. Und außerdem: „Vor fünf Jahren hat er sich auch nicht mit seinem Namen angemeldet.“

Das macht die Sache eben nicht leichter für die Pitt-Jäger. Der Star teilt ja nicht – unerhört, unerhört – zwei Tage vorher mit, dass er nun nach Kassel reist. Vor fünf Jahren war das auch so. Da landete er in Calden – auf der Passagierliste stand er nicht mit Brad, sondern mit seinem bürgerlichen Namen William Bradley. Es wurde so nicht gleich Verdacht geschöpft. Überhaupt gibt sich der Airport bedeckt, weil Passagierlisten nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, wie Betriebsleiter Dr. Joachim Ebert erklärt. So dringt wenig nach außen. Bei Veronika Ferres passierte das trotzdem – zufällig. Die Schauspielerin soll über Schaulustige nicht amüsiert gewesen sein.

Ferres wäre ja zumindest mal eine, wenn schon Pitt nicht kommt. Aber noch ist ja ein bisschen Zeit – für Pitt und andere Prominente jenseits der Kategorie Semmelrogge. Die d 14 geht noch lange. Heißestes Gerücht: Die Musiker Marius Müller-Westernhagen und Udo Lindenberg sollen gemeinsam erscheinen und sogar ein Konzert geben. Vielleicht sitzt dann auch Brad Pitt im Publikum.

Mit Jodel ins Bordell

Das Netzwerk Jodel hat nicht nur in Sachen Brad Pitt für Verwirrung gesorgt. Im Frühjahr wurde von Nutzern des sozialen Netzwerks verbreitet, das Münchner Bordell Leierkasten sei ein Restaurant. Daraufhin machten sich zahlreiche Touristen auf den Weg – und mussten feststellen, dass der Leierkasten dann doch kein Restaurant ist. Jodel hat mehr als eine Million Nutzer.

Stars auf der documenta 

Der erste Prominente kommt meist schon zur Eröffnung, die in der Regel der jeweils aktuelle Bundespräsident vornimmt. In diesem Jahr war das Frank-Walter Steinmeier, vor fünf Jahren kam Joachim Gauck nach Kassel. Die Liste lässt sich fortsetzen.

Als Künstlerin in Kassel: Yoko Ono.

Aber auch andere bekannte Politiker fanden 2012 den Weg nach Kassel. Mit José Manuel Barroso ließ sich vor fünf Jahren der damalige Präsident der Europäischen Kommission blicken – er kam im Tross mit zehn Polizeimotorrädern. Damals auch zu Gast: der zu dieser Zeit amtierende SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, der die vermeintlich freie Politikzeit nach der Geburt seiner Tochter nutzte, um sich der Kunst zu widmen. 2012 auch zu Gast: die Schauspielerin Eva Mattes.

Gast auf der documenta: José Manuel Barroso.

Gut in Erinnerung sind auch die Auftritte von US-Schauspieler und Regisseur Dennis Hopper, der 1997 zur documenta X nach Nordhessen kam. Noch weiter zurück reichen die Gastspiele von Yoko Ono, wobei die Japanerin nicht als Besucherin in Kassel weilte, sondern als Künstlerin: 1972 und 1987.

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