Gäste, Parthenon und Brad Pitt

Warum wir uns auf 100 Tage documenta freuen: 14 Gründe zum Beginn

Der Mann der Röhren: Künstler Hiwa K. Foto: dpa

Kassel. Auf geht es: 100 Tage documenta in einer sich verändernden Stadt – ein Weltereignis, dem wir gespannt entgegenblicken. 14 Gründe, warum wir uns auf die documenta 14 freuen.

Samstag erst hat die d14 eröffnet, mit reichlich Prominenz und unter hohen Sicherheitsauflagen. Alles dazu können Sie hier noch einmal nachlesen. Am Tag danach beantworten wir nun aber die Frage, warum die nächsten 100 Tage einfach fantastisch werden. 

1. Weil Kassel in aller Munde ist . 3500 Journalisten sind für die Weltkunstausstellung akkreditiert, eindrucksvolle Bilder vom beleuchteten Parthenon haben das Zeug für die Titelseiten dieser Welt. Wie hat es eine Zeitung kürzlich formuliert: „Alle Augen auf Kassel“.

2. Weil die positive Entwicklung der Stadt wahrgenommen wird . Die Berichterstattung über Kassel an sich ist das eine, das andere ist, wie über Kassel berichtet wird. Und da fällt auf: Neben der reinen Kunstbetrachtung wird in den überregionalen Medien die positive Entwicklung der Stadt in den Mittelpunkt gerückt. Die „Zeit“ schreibt beispielsweise: „Das Wunder von Kassel – was Deutschland von der Provinz lernen kann.“ Bei der „Süddeutschen“ liest sich das so: „Glücklich in Kassel.“ Kein Vergleich mehr zu Artikeln von früher, in denen die überregionalen Medien in erster Linie abschätzig über Kassel berichteten.

3. Weil wir von der neuen Gastro-Vielfalt profitieren .Kassel bietet mehr in den nächsten 100 Tagen – das lässt sich am besten am Gastro-Angebot festmachen. Auf dem Dach des Kaufhof, am Parthenon, im Innenhof des Palais Bellevue, im Park vor der Grimmwelt – hier sind nette, ideenreiche Cafés und Biergärten entstanden, die zum Verweilen einladen, auch ohne d14-Eintrittskarte.

4. Weil wir uns Anregungen für den Alltag holen . Mit den Kunstfreunden aus aller Welt kommen auch aktuelle Trends nach Kassel – insbesondere in Sachen Mode. Und außerdem: Warum zu Hause nicht mal zwischen Europaletten ein paar Blümchen pflanzen – wie im Biergarten am Parthenon gesehen?

5. Weil sich uns neue Perspektiven bieten .Die Kunstlaien unter uns mag der intellektuelle Überbau der Ausstellung irritieren. Das heißt aber nicht, dass die ausgestellte Kunst uns nicht berührt und nicht nachdenklich macht. Wir bekommen sehr wohl neue Perspektiven für Themen wie Nachhaltigkeit aufgezeigt. Alle Kunstwerke gibt es übrigens hier im Überblick. 

6. Weil wir Kassel neu entdecken :Die documenta bringt uns Orte nahe, die wir sonst meiden oder die normal nicht zugänglich sind – wie die alten Räume der Hauptpost. Hier, in der Nähe des Brennpunkts Stern, kommt alles zusammen: die Szene der Jägerstraße, die Freunde der Kunst, die Kunden der Post – das ist spannend zu beobachten und auch eine Art der Zusammenführung vieler Kulturen.

7. Weil sich plötzlich fast vergessene Freunde aus Irgendwoher melden und sie ihren Besuch ankündigen .Kassel zieht längst nicht nur die Kunstfreaks an, sondern ein sehr breites Publikum. Mit einer Million Besucher wird gerechnet. Wiedersehen mit alten Freunden nicht ausgeschlossen.

8. Weil alle profitieren .Die Besucher sorgen nicht nur für volle Hotels, sondern lassen auch sonst richtig viel Geld in der Stadt. Wer aktuell ein Taxi ordern will, der weiß, wie die Stadt brummt.

9. Weil wir jetzt 100 Tage auf Brad Pitt hoffen können .Kommt er? Kommt er nicht? Die Jagd auf die Promis ist eröffnet. Der Anfang ist gemacht: Am Donnerstag ist Modedesigner Wolfgang Joop in der Stadt gesichtet worden. In der nach oben offenen Berühmtheitsskala setzt er also den Maßstab.

10. Weil man in den Ferien den neuen Urlaubsbekanntschaften nicht erklären muss, dass Kassel zwischen Frankfurt und Hannover liegt . In den nächsten Wochen wissen alle sofort Bescheid: „Kassel. Klar. documenta.“ Motto: Frankfurt und Hannover liegen bei Kassel.

11. Weil wir endlich unser Englisch auffrischen können .Wo wir hinhören: Die Menschen sprechen Englisch. Die Speisekarten? Englisch. Wir schauen noch mal schnell ins Wörterbuch und sind – happy.

12. Weil endlich Hoffnung besteht, dass der Königsplatz dauerhaft etwas darstellt .Der Obelisk ist längst in der Verlosung, wenn es darum geht, welches Kunstwerk dauerhaft in Kassel bleiben soll. Er wäre wirklich ein Gewinn weit über die 100 Tage documenta hinaus.

13 Weil wir jetzt sogar auch gerne in die Röhren gucken .Die d 14 lebt von den Außenkunstwerken – wie den Röhren von Hiwa K vor der documenta-Halle. Ganz Kassel wird so zum Hingucker.

14. Weil wir uns am Parthenon nicht satt sehen können .Licht an für die documenta.Wir freuen uns.

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