Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev plant, Weinbergstollen für documenta 13 zu nutzen

documenta im Weinbergbunker?

Blick in den Weinberg: Im 19. Jahrhundert dienten die Stollen als Bierkeller. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Keller zu einem Bunker ausgebaut. Archivfoto: Koch

Kassel. Der Feuerwehrverein hat ihn ins Licht gerückt, nun könnte der Weinbergbunker internationale Aufmerksamkeit erfahren. Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev ist von dem verzweigten Stollensystem fasziniert und will es in die Weltkunstausstellung einbinden, die unter dem Leitmotiv „Zusammenbruch und Wiederaufbau“ steht.

Doch noch ist unklar, ob der Weinbergbunker den Besuchern der documenta 13 im nächsten Jahr offen steht. Dazu müssen zunächst Sicherheitsfragen geklärt werden.

Video: Der Weinbergbunker

Hier geht es zum Panorama aus dem Weinbergbunker

Pressesprecherin Kathrin Luz spricht von einem „tollen und spannenden Ort, der die documenta bereichern würde“. Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev suche besondere Räume, die ein intensives Erlebnis versprechen, wie sie das unterirdische Kassel böte. „Es ist ihr viel daran gelegen“, erklärt Luz. Der Weinbergbunker mit seiner wechselvollen Geschichte, in dem während des Zweiten Weltkrieges bis zu 10 000 Menschen Schutz fanden, schließe das Leitthema der documenta ab. „Dieser Ort könnte sehr wichtig werden“, sagt Luz.

Doch noch stellt sich seine Nutzung als nicht einfach dar. In dem Bunker soll ein Kunstwerk gezeigt werden. „Wir müssen mehr kämpfen, als wir uns das gedacht haben“, sagt die Pressesprecherin. Noch liegt der Zugang zum Weinbergbunker nahe der Frankfurter Straße, was wegen des Verkehrs nicht ganz ungefährlich ist. Zudem kann man in dem weitläufigen und verzweigten Stollensystem schnell die Orientierung verlieren. Allerdings ist in Richtung Rondell längst ein großzügiger und gefahrloser Zugang zum Bunker geplant.

Die geplanten Standorte der documenta 13

Geplante Standorte der documenta 13

Der Weinberg im RegioWiki

Im Kasseler Rathaus gibt man sich zuversichtlich. Stadtverwaltung und documenta-Leitung stünden in engem Kontakt, sagt Magistratssprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Es müssten noch einige Fragen geklärt werden. „Daran müssen wir gemeinsam arbeiten“, sagt Schweinsberg. „Wir sind aber optimistisch, dass es auch klappt.“

Ob die Pläne für die anderen Ausstellungsorte außerhalb der etablierten documenta-Räume Wirklichkeit werden, ist laut Luz weiterhin unklar. Lediglich die erweiterte Nutzung des Kulturbahnhofs sei inzwischen geklärt. Kaskade-Kino und Hotel Reiss seien noch in der Schwebe. Ob das Hugenottenhaus am Hotel Hessenland documenta-Ort wird, sei ebenfalls noch nicht endgültig gesichert.

Von Ellen Schwaab

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.