Neuer Leiter wird Freitag gekürt

Wie wird man Leiter der documenta?

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Die erste und die bislang letzte documenta: 1955 war die Kunstausstellung Teil der Bundesgartenschau (Blick auf den Friedrichsplatz).

Kassel. Die künstlerische Leitung der documenta 14 vom 10. Juni bis 17. September 2017 wird am Freitag gekürt. Wir beantworten wichtige Fragen.

? Wer bestimmt über den Leiter der documenta?

Bei der documenta bewirbt man sich nicht. Eine Findungskommission mit Museumsleitern und Kuratoren aus aller Welt (siehe unten) bestimmt den Nachfolger von Carolyn Christov-Bakargiev (oder natürlich die Nachfolgerin). Die acht Experten haben sich im Frühjahr in Kassel und rund um die Eröffnung der Venedig-Biennale im Juni im Kloster Eberbach (abgeschieden, aber verkehrsgünstig zum Frankfurter Flughafen gelegen) getroffen. Sie verständigten sich auf sechs Kollegen, die ein erstes Konzept für die documenta 14 erarbeiten sollten. Ihre Vorstellungen präsentieren sie diese Woche in Kassel. Wer die Kommission am meisten überzeugt, wird dem documenta-Aufsichtsrat vorgeschlagen.

? Folgt der Aufsichtsrat diesem Vorschlag?

Bisher war das immer so. Und auch diesmal hat sich das Gremium, dem kraft Amtes der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen vorsteht, dazu verpflichtet. Das ist auch das Einmalige am Procedere: Die Politik delegiert die Aufgabe vollständig an die Fachleute, die sich mit zeitgenössischer Kunst und mit der Organisation von Großausstellungen wirklich auskennen.

Leserbilder: Das sind ihre Bilder von der documenta 13 Teil 6

 © Werner Lamm
 © Werner Lamm
 © Jens Haines
 © Jens Haines
 © Michael Schwab
 © Heike Wenskaht
 © Peter Wenskaht
 © Michael Schwab
 © Michael Schwab
 © Reinhard Rudolph
 © Reinhard Rudolph
 © Reinhard Rudolph
Michael Dressel © 
Michael Dressel © 
Michael Dressel © 
Leserbilder von der Documenta
Das ist Kunst - in einem Schaufenster in der Innenstadt © Marion Lindenberger
Leserbilder von der Documenta
Gut gerahmt: Die Orangerie © Marion Lindenberger
Leserbilder von der Documenta
Wollmaus in künstlichem Wind © Marion Lindenberger
 © Silvia Sinzig
 © Silvia Sinzig
 © Silvia Sinzig
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
Ausschnitt aus der Videoinstallation von Mika Taanila. © Andreas Koch
Tragende Bambussäulen? Nein, was Judith Hopf in Breitenau aufbaute, wächst und gedeiht nur scheinbar. Die aufeinandergeklebten zerbrechlichen Gläser sind zwischen den Holzdecken fest eingeklemmt und bilden ein Rückgrat ohne belastungsausgleichende Bandscheiben! Wehe, es trampelt einer auf der Decke herum und bringt diese zum Vibrieren… © Andreas Koch
Diese Aufnahme weist auf das Ende der D 13 am 16.09.2012 hin. © Andreas Koch
Aus der Documenta-Halle © Werner Lamm
 © Marcus C. Leitschuh
 © Marcus C. Leitschuh
 © Marcus C. Leitschuh
 © Katja Neuendorf
 © Katja Neuendorf
 © Katja Neuendorf
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
ochter Linnea (4 Jahre) im "Dog Run" © Dr.Andreas Reyer
ochter Linnea (4 Jahre) im "Dog Run" © Dr.Andreas Reyer
 © Wolfgang Wittal
 © Wolfgang Wittal
 © Wolfgang Wittal
 © Gregory Dauber
100 Tage vergingen wie im Flug, die Documenta geht leider zu Ende. © Werner Pohl
Ein älterer Herr schaut sich mit einem Documenta-Katalog in der Hand voller Interesse abgelegte Kartons an. © Werner Pohl
Tauben-Sperre am Fridericianum-Fenster. © Werner Pohl
In der Regel stört es, wenn wenn jemand bei einer Aufnahme durch das Bild läuft. Hier ist es genau umgekehrt. Ein gelungener Zufall © Uwe Rettberg
 © Detlef Wagner
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Ruth Brosche
 © Renate Schweizer
 © Renate Schweizer
 © Renate Schweizer
 © Katja Neuendorf
 © Katja Neuendorf
 © Katja Neuendorf
Das Bild „Der Blick des Staunens“ entstand als ich in der Neuen Galerie das Mädchen sah, welches mit einem staunenden und ehrfürchtigen Blick die Bilder aus Australien von Gordon Bennet ansah. Gleichzeitig fiel mir die Harmonie der Farben von den Bildern und dem Kleid des Mädchens auf. Ein Grund mehr dieses Bild festzuhalten. © Rudolf Schaffer
Das Bild „Musikrausch“ ist eigentlich zufällig entstanden. Als ich fasziniert der Musik von Llyn Foulkes mit The Machine im Fridericianum lauschte, wollte ich auch ein Foto machen. Während der Aufnahme wurde ich von einem Besucher kurz angestoßen, dabei entstand dieser Farbschleier. Als ich das Bild betrachtete kam mir augenblicklich der Titel Musikrausch in den Sinn. © Rudolf Schaffer
Dieser Raum von Susan Hiller in der Neuen Galerie hat mir besonders gefallen. Hier war Harmonie, Ruhe und Einklang vertreten. Eine Oase der Entspannung. Die Anordnung der Musikbox und die entspannten Menschen davor musste ich unbedingt festhalten. © Rudolf Schaffer
Im Hugenottenhaus hörte ich eine Flöte. Die Spielerin stand vor dem Fenster und ich konnte eine Gegenlichtaufnahme machen die die momentane Stimmung festhielt. © Rudolf Schaffer
Eines meiner ersten Documentaeindrücke war die Begehung des Tunnels von Gabriel Lester. Bei der zweiten Begehung machte ich das Bild „Geist im Tunnel“ . Das Bild ist durch Verzerrung einer längeren Belichtung entstanden und bringt etwas Mystisches in den sonst sehr nüchternen Tunnelalltag. © Rudolf Schaffer
Im Raum von Amar Kanwar im Ottoneum war es sehr dunkel und Aufnahmen nur schwierig möglich. Trotzdem war es sehr interessant diese Ausstellung eingehend zu studieren denn durch die Dunkelheit entstand eine einfühlsame Atmosphäre. Die Aufnahme mit dem Titel „An der Samenwand“ entstand aus der Hand heraus mit anhalten der Luft, damit nichts verwackelt. © Rudolf Schaffer
Durch eine Teleaufnahme rücken die beiden Brücken, einmal die schwimmende Mangoldbrücke und die bestehende Karlsauenbrücke eng zusammen so dass eine scheinbare Vereinigung entsteht. © Rudolf Schaffer
Im Fridericianum entdeckte ich ein Paar bei der Betrachtung der Kunstgegenstände von Doreen Reid Nakamarra und Warlimpirrnga Tjapaltjarri und hielt den Moment der Betrachtungshaltung fest. © Rudolf Schaffer
In der documentahalle wurden die Puppen der ausgeschlüpften Schmetterlinge von Christina Buchs Hochbeet auf dem Theaterplatz sorgfältig aufgesteckt. Mit der Kamera habe ich eine besondere Sichtweise erreicht, so dass die Puppen wie eine Armee wirken. © Rudolf Schaffer
 © Werner Lamm
 © Werner Lamm
 © Lydia Peters
 © Lydia Peters
 © Sabrina Schiffmann
 © Sabrina Schiffmann
 © Sabrina Schiffmann
 © Hannes Rösele
 © Hannes Rösele
 © Hannes Rösele
 © Reinhard Müller
 © Reinhard Müller
 © Reinhard Müller
 © Reinhard Müller
 © Reinhard Müller
 © Reinhard Müller
 © Reinhard Müller
 © Wollestein
 © Wollestein
 © Frank Selbmann
 © Frank Selbmann
 © Frank Selbmann
 © Frank Selbmann
 © Frank Selbmann
Oft mit Herrchen in der Karlsaue unterwegs habe ich mich über die vielen verschiedenen und meist auch sehr netten Menschen gefreut. Die Mangoldfähre (mit der ich nicht fahren durfte), der Hügel und die Zypressen werden mir fehlen. Aber noch mehr als Dog Run werde ich Massimo Bartolini's Tsunami-Welle vermissen. Die d(13) wird mir fehlen. Gruß, Louis, dreijähriger Golden Retriever mit Herrchen Jörg Rudolph aus Fuldatal. © Jörg Rudolph

? Ist der Druck auf die Kommission nicht enorm?

Natürlich wissen die Kuratoren, dass sie haftbar zu machen sind und kein Feigenblatt für einen Politiker-Beschluss darstellen, wie es documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld formuliert. Es gebe wegen dieses „großen Verantwortungsbewusstseins“ eine „intensive Arbeitssituation“. Leifeld organisiert das Verfahren zum letzten Mal. Im April geht der 64-Jährige in den Ruhestand. Ihm folgt Annette Kulenkampff, bisher Geschäftsführerin des Hatje Cantz Verlags, die jetzt schon bei jeder Sitzung dabei ist.

? Warum ist eigentlich alles so geheim?

Einen Rückblick auf d 13 finden Sie hier:

- Das HNA-Spezial zur documenta 13

- Das Portal MyDocumenta

Tatsächlich erinnert alles an Spionagekrimis. Die sechs potenziellen d14-Leiter wohnen in sechs Hotels, der Tagungsort ist unbekannt. „Das gehört sich so“, sagt Leifeld. Denn wer als Museumsleiter oder Kurator für die documenta-Leitung infrage komme, sei zwar „geadelt“. Am eigenen Haus könnten ihm aber Nachteile erwachsen, der Name beschädigt werden. Nicht mal der Aufsichtsrat erfahre alle sechs Kandidaten. Am Freitag erfahren Sie ab 14 Uhr auf www.kassel-live.de, wer die documenta 14 leitet.

Die Findungskommission

Im documenta-Sommer 2012 bildeten sich lange Schlangen vor dem Fridericianum.

• Chris Dercon, Direktor der Tate Gallery of Modern Art in London

• Susanne Gaensheimer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt

• Matthias Mühling, Kurator und designierter Direktor im Lenbachhaus in München

• Osvaldo Sánchez, Direktor von inSite05, Mexiko-Stadt

• Suzanne Cotter, Direktorin des Serralves Museum of Contemporary Art (Porto)

• Joanna Mytkowska, Kuratorin am Museum für Modern Art Warschau.

• Kim Hong-hee, Direktor des Seoul Museum of Art

• Koyo Kouoh, Künstlerische Direktorin der Raw Material Company in Dakar (Senegal)

Von Mark-Christian von Busse

Einen Video-Rückblick auf die documenta 13 finden Sie in unserer d13-Playlist.

Quelle: mydocumenta

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