documenta-Team vom Bewerber-Ansturm für die Führungen überrascht

Das Vermittlungsteam („Maybe Education“) der documenta 13: Lena Reisner (von vorn nach hinten), Nele Wulff, Björn Schirmeier, Friederike Siebert, Friederike Schäfer, Ana Ara, Roberta Bernasconi und Chefin Julia Moritz. Foto: Schoelzchen

Kassel. 100 wurden mindestens gesucht, mit 200 hat das Vermittlungsteam der documenta 13 optimistisch gerechnet, über 700 Bewerbungen sind eingegangen - ein Ansturm, der bewältigt werden muss.

Die Vermittlungsabteilung der documenta hat derzeit alle Hände voll zu tun, die Companions (Begleiter), wie die Führer auf der Weltkunstschau heißen, auszuwählen.

Eine Interview-Runde mit 140 Interessenten gab es im Dezember, die Hälfte erhält eine Zusage. Ein weiterer Termin folgt Mitte Januar. In Kleingruppen werden die Kandidaten befragt, und sie müssen spontan praxisorientierte Übungen absolvieren. Julia Moritz, Leiterin der Abteilung „Maybe Education“, ist begeistert, welches „Herzblut“ die Bewerber („viele tolle Leute“) investieren: „Der Wille ist groß, Teil der documenta zu sein.“

Zwei Voraussetzungen waren der künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev wichtig: Erstens die Verankerung in Kassel, ein Bezug zur documenta-Stadt, zweitens, dass sich außer Kunstexperten Menschen mit anderem beruflichem und biografischem Hintergrund melden. „Das hat sich sehr gut eingelöst“, sagt Moritz. Es bewarben sich Kunstexperten, Studenten, Schüler, aber auch Entwicklungshelfer, Psychologen, Physiker, Informatiker, Übersetzer, Mechaniker, Gärtner, Anglisten, Kommunalpolitiker. Altersdurchschnitt: um die 30.

Aber auch Rentner sind dabei. Und nicht nur Menschen, die in Kassel aufgewachsen sind und wohnen, sondern beispielsweise eine Kanadierin, deren Eltern aus Kassel stammen und die deren Wurzeln kennenlernen will. „Es geht nicht um Lokalpatriotismus“, stellt Moritz klar, ein kritischer Blick auf Kassel sei erwünscht. Wichtig ist das vielfältige und reichhaltige „Lebenswissen“.

Als tolle Unterstützung sieht Moritz neben der Münchner Agentur Avantgarde, die die Führungen organisieren wird, das sichere Gespür und die Erfahrung der Leiterin der Vermittlung im Fridericianum, Sandra Ortmann, die ins documenta-Team gewechselt ist.

Für alle Companions beginnt Ende Januar die „Schule“, wie die „School for worldly companions“ im documenta-Jargon heißt, in der Einblicke in die documenta gegeben und praktische Fragen zum Auftritt vor Gruppen erörtert werden („wie atme, wie räuspere ich mich richtig?“). Später sollen sich die Companions für zwei oder drei Führungen spezialisieren. Moritz setzt darauf, dass sie zum Team zusammenwachsen. „Wahnsinnig wichtig“ findet sie dieses Training. Ein Spaziergang werde die Schule nicht, warnt Moritz: „Das Diskussionstempo ist hoch, die Komplexität herausfordernd und erschlagend.“

Von Mark-Christian von Busse

Quelle: mydocumenta

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