Dokfest geht mit Besucherrekord zu Ende

Kassel. Mit einem Besucherrekord ist am Sonntagabend das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest zu Ende gegangen. 13.200 Zuschauer kamen an den sechs Tagen zu Filmvorführungen, Ausstellungen, Diskussionsrunden, Jugendveranstaltungen und einem Fachkongress. Das sind 800 mehr als im Vorjahr.

Allerdings gab es auch einige Spezialevents für die Jubiläumsausgabe zum 30. Festival, wie Festivalleiter Gerhard Wissner im ausverkauften Balikino betonte.

Die Preisverleihung zeigte die Vielfalt und das hohe Niveau der Festivalarbeiten. Ein surrealer Spielfilm, eine düstere, apokalyptische Traumreise gewann den Goldenen Herkules für die beste nordhessische Produktion: Der 15-Minüter "Emptylands" von den Kasselern Benjamin Brix, Steffen Martin und Felix M. Ott. Die Auszeichnung ist mit 3000 Euro dotiert und wird von der Werbeagentur Machbar gestiftet.

Die beste dokumentarische Nachwuchsarbeit erhielt den Goldenen Schlüssel der Stadt Kassel: 5000 Euro gehen an den mexikanischen Dokumentarfilmer Gabriel Serra und seine Arbeit "La Parka" über einen Arbeiter in einem großen Schlachtbetrieb.

Aktualisiert um 16 Uhr

Dass Kunst politisch sein kann, bewies die Arbeit, die mit dem Golden Cube für die beste Medieninstallation ausgezeichnet wurde. Der von der Kasseler Softwarefirma Micromata gestifte Preis (3500) Euro geht an die Mediengruppe Bitnik. In ihrer Arbeit "Delivery for Mr. Assange" hat sie ein Päckchen für den Wikileaks-Aktivisten Julian Assange aufgegeben, der im Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London ist. Durch ein Loch im Paket macht eine Kamera alle zehn Sekunden Fotos vom Reiseweg. Diese wurden per Twitter direkt veröffentlicht.

Ein Stipendium (4000 Euro) von den hessischen und sachsen-anhaltinischen Landesmedienanstalten und der Werkleitz-Stiftung erhält Patrick Richter für sein bewegendes Filmprojekt "39", in dem er eine junge Frau mit Magersucht begleitet.

Ein Höhepunkt des Abends war ein improvisierter Kurzauftritt des jungen Kasseler Erfolgsduos Milky Chance.

Als Moderator führte Kunsthistoriker und Autor Christian Saerendt witzig und frech durch den Abend. Anhand eines Bogens Panini-Bildchen für das Kassel-Klebealbum zum Stadtjubiläum äußerte er die Hoffnung, dass die Preisträger aus diesem Jahr beim Stadtjubiläum in hundert Jahren auf einem dann veröffentlichten Sammelbildchenalbum in der Kategorie "Unsere Besten" dabei sein werden.

Die Preisträgerfilme werden am Samstag, 23.11., im Kasseler Balikino gezeigt. "Empylands" u.a. ab 14.45 Uhr, "La Parka" u.a. ab 16.45 Uhr.

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