Neues Programm bis Mitte Juni

"Dolce Vita": Volles Varieté-Vergnügen zum Finale im Starclub

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Kassel. Mitte Juni schließt “Starclub”-Betreiber Götz Ohlendorf sein Varieté in der Goethestraße - bis dahin bietet das neue Programm “Dolce Vita” noch einmal kurzweilige Unterhaltung.

Vielleicht kann der Starclub den dauerkriselnden Flughafen Calden noch retten. Im neuen Varieté-Programm hebt nun viermal in der Woche eine Maschine von Calden Richtung Rom ab. An Bord begrüßt sie “Kapitän Götz Ohlendorf”, wie es im Intro heißt.

“Dolce Vita”, das am Freitag in der Goethestraße eine viel beklatschte Premiere feierte, bietet wie immer knapp zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung mit erstklassiger Artistik aus der ganzen Welt. Doch Ohlendorf, der die Varieté-Kultur vor 20 Jahren nach Kassel gebracht hat, geht bald von Bord. Sein Mietvertrag läuft aus, im September eröffnen seine ehemaligen Mitarbeiter Gerrit Bamberger und Jörg Heckmann in dem heimeligen Laden im Vorderen Westen ein Varieté unter neuem Namen - ohne ihren einstigen Chef.

Was Ohlendorf dann macht, weiß er noch nicht. Seine Besucher können bis dahin jedoch noch das süße italienische Leben genießen, wie der Programmtitel andeutet. Konzipiert hat die abwechslungsreiche Nummern-Revue Luke Dimon, zuletzt Conférencier der Burlesque-Show, die ein Publikumsrenner war. Auch Rita Lynch stand schon als sich entkleidende Burlesque-Sängerin auf der Starclub-Bühne. Im neuen Programm ist die Italienerin unter ihrem wirklichen Namen Benedetta Barlone der rote Faden. Sie singt Klassiker wie “Buona Sera” und sieht dabei so gut aus, dass Moderator und Zauberer Jorgos Katsaros dahinschmilzt.

Der schwäbelnde Grieche inszeniert sich als sympathischer Verlierer und Meister des gepflegten Kalauers. Wenn er Zuschauer für einen Kartentrick auf die Bühne holt, kann er sich das Wortspiel “Mischen Impossible” nicht verkneifen. Unmöglich ist bei Katsaros jedoch nichts, er kann sogar Gläser in Olivenflaschen verwandeln. Wenn er am Ende fast zwei Dutzend Flaschen aus einer Dose gezaubert hat, möchte man ihn sofort zum neuen griechischen Finanzminister ernennen. Das Pleiteland wäre mit einem Schlag saniert.

Auch die Artisten scheinen alle Gesetze, die man kennt, außer Kraft zu setzen:

- Der Kubaner Francisco Arano gilt als einer der besten Pole-Artisten der Welt und trat schon beim Zirkusfestival in Monte Carlo auf. An der senkrecht bis unter die Decke reichenden Stange lässt er seinen Körper wie eine Fahne im Wind wehen.

- Mit seiner Frau Zaida Liazeed zeigt Arano als Duo The Liazeed zudem atemberaubende Handstandakrobatik. Während er auf seinen Händen steht, balanciert er seine Partnerin auf den Schultern.

- Der Kubaner Rafael de Carlos jongliert Fußbälle so geschickt, dass selbst Ausnahmekicker Lionel Messi staunen müsste. Und dabei ist er auch noch unglaublich witzig.

- Seine Partnerin, die Belgierin Martyn Chabry, spielt nicht nur Saxofon, Flaschen-Xylofon und andere Instrumente, sondern präsentiert sich nach Sekundenbruchteilen hinter einem Vorhang in immer neuen Kostümen. “Quick Change” nennt sich diese Kunstform, die aus dem Umkleiden eine Illusion macht.

Sie alle sorgen dafür, dass man nicht in die Welt hinaus fliegen muss, um internationale Artistik zu erleben. Noch bis Mitte Juni kann man mit etwas Wehmut den alten Starclub erleben und sich zugleich darauf freuen, dass es in Kassel weiterhin Varieté geben wird.

"Dolce Vita": Neues Programm im Starclub

Bis 12. Juni donnerstags bis sonntags im Starclub, Goethestraße 29-31. Karten: 0561/5987851, www.starclub.de

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