Doppelausstellung über Pop-Künstler Jeff Koons in Frankfurt

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Jeff Koons

Frankfurt. Der US-Künstler Jeff Koons stellt in diesem Sommer gleich in zwei Frankfurter Museen aus. Zur documenta in Kassel ist er nicht eingeladen, dafür zeigt die Kunsthalle Schirn in Frankfurt rund 40 Koons-Gemälde.

Das Skulpturenmuseum Liebieghaus präsentiert etwa 50 Plastiken. Am Abend der Ausstellungseröffnung hält der Künstler einen öffentlichen Vortrag, der innerhalb weniger Stunden ausgebucht war und nun live im Internet zu übertragen wird. Die Doppelausstellung „Jeff Koons. The Painter“ und „Jeff Koons.

The Sculptor“ läuft von 20. Juni bis 23. September. Im Liebieghaus werden seine Arbeiten auf allen Stockwerken - und im Garten um die Villa - in die bestehende Sammlung integriert. Zum Beispiel wird eine Figur des Popstars Michael Jackson im goldenen Anzug neben teilweise vergoldeten ägyptischen Totenmasken stehen; eine Nackte von Koons hält Paulchen Panther ähnlich im Arm wie eine antike Göttin den Stoff ihres Gewandes.

Das Ziel: zu zeigen, wie oft Koons auf Motive und Formen aus der Kunstgeschichte zurückgreift, sich etwa für die Serie „Statuary“ beim Barock und für „Antiquity“ bei der Antike bediente. „Antiquity“ ist eine neue Werkserie, die in Frankfurt zum ersten Mal ausgestellt wird. Im Interview mit der dpa erklärte der Amerikaner im April, er wolle zeigen „wie schön es ist, Beziehungen und Verbindungen herzustellen“. Es gehe darum, „Dinge miteinander in Beziehung zu setzen, Bezüge herzustellen, Verbindungen zu schaffen“.

Frühe Werke des Malers Koons wirken kühl und wie von einer Maschine gefertigt. Häufig sind die gleichen aus der Popkultur entliehenen Motive zu sehen wie bei den plastischen Arbeiten. Am bekanntesten sind die Bilder um 1990, die Koons beim Sex mit seiner späteren Ehefrau, einem Pornostar, zeigen. Ab Mitte der 90er Jahre vermischen sich Malerei und Skulptur, als er beginnt, Gegenstände auf die Leinwand zu kleben. „Wie kein anderer versteht sich Koons auf das Spiel zwischen Erhabenheit und Banalität. Obwohl seine Werke vertraute Motive unserer Konsumwelt zitieren, sind es nicht Kitsch und Ironie, die den Künstler beschäftigen“, behaupten die Kuratoren Vinzenz Brinkmann und Mattias Ulrich. (dpa)

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