Das Kasseler Saxophonquartett überzeugte im Schlachthof

Ein doppeltes Debüt

Mit Bravos gefeiert: Die Saxofonisten im Schlachthof. Foto: Fischer

Kassel. Für das Kasseler Saxophonquartett war das Konzert am Donnerstagabend im Schlachthof gleich ein doppeltes Debüt: der erste Auftritt im Kulturzentrum und das erste Konzert mit Jazzschwerpunkt.

Das seit acht Jahren existierende Quartett hatte sich bei einer Musicalproduktion im Staatstheater kennen und schätzen gelernt. Kaum zu glauben, dass sich Michael Koch (Bariton-Saxofon), Matthias Wittekind (Tenor-Saxofon), Peter Zingrebe (Alt-Saxofon) und Rolf Rasch (Sopran-Saxofon) auf die Musik früherer Jahrhunderte spezialisiert hatten. Gerade vor diesem Hintergrund ist ihre Leistung nicht genug zu loben. Schließlich lässt sich ein mehr als zweistündiges Jazzprogramm nicht aus dem Ärmel schütteln. Zumal sich die virtuosen und rhythmussicheren Saxofonisten mit Kompositionen eines Paquito D’Rivera, Bernstein oder Phil Woods nicht die einfachsten Stücke des Genres ausgewählt hatten. Besonders schön die wunderbar von Rasch arrangierte West-Side-Story-Fassung, die neben der Gänsehaut-Ballade „There is no Place for us“ auch fetzigere Titel des Broadway-Musicals bot.

Interessante Informationen hatte die Formation auch zu bieten. So erklärte Zingrebe die etwas mitgenommene Lackierung seines Instrumentes damit, dass es wahrscheinlich einige Zeit in einem Schützengraben gelegen habe. Am wunderbaren Klang seiner turbulenten Soli änderte das nichts.

Optisch wie musikalisch glänzte das Saxofon von Michael Koch, welcher mit Walking-Bässen und intelligenten Basslinien jeden Wunsch nach einem Basssaxofon verstummen ließ. Bravos und zwei Zugaben.

Von Sebastian Krämer

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