Neu im Kino: „Die Frau in Schwarz“

Harry Potter-Star Daniel Radcliffe lehrt das Gruseln 

Unheimliche Erkundung: Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) ist im leer stehenden Gruselhaus unterwegs. Foto: Concorde

Natürlich ist es interessant, die weiteren Karriere-Entscheidungen des Daniel Radcliffe zu verfolgen, nachdem er als Titelheld der enorm erfolgreichen Harry-Potter-Serie zu einem der bekanntesten Gesichter des aktuellen Films geworden ist.

 Denn nun gilt es, sich von Hogwarts abzunabeln und sich als vielseitiger Schauspieler zu etablieren. Mit seiner Zusage zu „Die Frau in Schwarz“ hat der 22-Jährige alles richtig gemacht.

Dorf der toten Kinder

Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) ist ein frisch gebackener Anwalt und alleinerziehender Vater, der im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts von Depressionen gequält wird. Nur ungern lässt der Witwer seinen geliebten Sohn zurück, als er im Film „Die Frau in Schwarz“ den undankbaren Auftrag bekommt, in einem abgelegenen Ort den Nachlass einer Dahingeschiedenen zu regeln. Das leer stehende Eel Marsh House präsentiert sich unheimlich und düster, es ist von knorrigen Bäumen und einem eigenen Friedhof umgeben.

Und damit nicht genug. Das Anwesen liegt im Marschland und wird bei Flut zur unerreichbaren, einsamen Insel. Arthur ist kein sehr ängstlicher Mensch, und er verfügt über einen rationalen Verstand. Aber er muss bald akzeptieren, dass in diesen alten Mauern Kräfte am Werk sind, für die es keine logische Erklärung gibt.

Trotzdem harrt der junge Mann in dem unheimlichen Haus aus und erledigt seinen Job, zumal man ihn im angrenzenden Ort nicht gern sieht und offen anfeindet. Die Kindersterblichkeit hat letzthin stark zugenommen und die Bewohner scheinen Arthur mit den Schicksalsschlägen in Verbindung zu bringen.

Unheimliche Atmosphäre

Regisseur James Watkins („Eden Lake“) inszenierte die klassische Geisterhaus-Geschichte mit viel Sinn für unheimliche Atmosphäre und markerschütternde Schreckmomente. Das Eel Marsh House dürfte ab sofort zu den gruseligsten Orten der Filmgeschichte zählen. Und wie in jedem guten Horrorfilm fließt kaum Blut. Für manchen von der Horrorfilm-Reihe „Saw“ geschädigten jungen Menschen könnte der Film mit einem Aha-Erlebnis verbunden sein.

„Die Frau in Schwarz“ ist nach dem grandiosen Vampir-Jugenddrama-Remake „Let me in“ eine weitere Produktion von Hammer-Films. Die Firma wandelt auf den Pfaden der legendären britischen Hammer-Studios, deren Werke jahrzehntelang gruselige Unterhaltung garantierten und Schauspieler wie Christopher Lee oder Peter Cushing zu Galionsfiguren des Horrorfilms machten. Über die Wiederauferstehung der tot geglaubten Marke kann sich der Genre-Fan nur freuen.

Genre: Horrorfilm

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: 5 Sterne

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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