"Tatort"-Kritik: Hart, aber herzlich

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Der Dortmunder Kommissar Faber (Jörg Hartmann) kennt das Leid dieser Welt. Doch nicht nur, weil er Frau und Kind verloren hat, kennt er auch die Menschen.

Das war eher „Kriminaldauerdienst“ als „Tatort“. Wie in „KDD“, der phänomenalen, schnell und dicht erzählten ZDF-Serie, ging es beim großartig besetzten zweiten Dortmunder Krimi temporeich und direkt zur Sache.

Und es standen eher heftige Probleme der Ermittler im Zentrum als die Aufklärung eines Verbrechens. „Mein Revier“ (Buch: Jürgen Werner, Regie: Thomas Jauch)  - der Titel zielte auf den brutalen Verdrängungswettbewerb im Migrantenviertel Nordstadt, wo Türken und Bulgaren um Einfluss kämpfen und die Polizei – wie der frustrierte Polland (Matthias Komm) – hilflos zuschauen muss. Das war nah an Klischees. Ihr Revier markieren auch die Kommissare, hart, aber herzlich: das Büro als Boxring.

Das Trio um den psychisch schwer angeschlagenen Zyniker Peter Faber ringt noch mit diesem neuen Chef, der in der Ausnüchterungszelle landet, Pillen nimmt, an Selbstmord denkt. Am Ende, als gerade so was wie Teamgeist wuchs, verlor der am Unfalltod von Frau und Tochter fast zerbrechende Faber vollends die Kontrolle: Er zerlegte wie im Rausch seinen Schreibtisch.

Im Interview sagte der grandiose Faber-Darsteller Jörg Hartmann, er befürchte, zu viele neue „Tatort“-Kommissare vergraulten das Publikum. Wichtig sei der Bezug zur Stadt. Doch dieses Team passt in den Pott. Und wir wollen unbedingt wissen, wie es in Dortmund weitergeht.

Von Mark-Christian von Busse

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