Dota Kehr - eine Prinzessin aus dem Volk

Kassel. Dota Kehr ist eine mutige Frau, die selbstbestimmt ihren Weg geht, sich politisch nicht vereinnahmen lässt, Gefühle noch zeigen kann, den Finger in die Wunde legt und doch nie in Wehmut versinkt. Mit einem Auge lacht sie wie ein kleines Mädchen, mit dem anderen weint sie. Nicht ohne dabei die Fäuste zu ballen, denn „wir ärgern uns zu viel, haben aber zu wenig Wut“, stellt die in Berlin lebende Künstlerin in den Raum.

Am Freitag im Dock 4 wollten sie so viele erleben, dass nicht nur alle Stühle, sondern auch der Fußboden vor der Bühne zur Sitzfläche wurde. Stimmung und Szenario erinnerten an die großen Zeiten der Liedermacher-Ära: Ein Mensch, eine Gitarre, umgeben von einem Auditorium, das hungrig ist nach Gefühlen und nach Perspektiven. „Bis auf den Grund“ ist der Titel ihrer aktuellen CD, und dieser Titel passt zu ihr. Etwa 130 Besuchern wurde der kleine Saal im Dock 4 zur Herberge für die Begegnung mit einer Lebenskünstlerin, die man sofort ins Herz schließen möchte.

Schlicht gekleidet steht sie da, trippelt zu Bossa-Nova-Rhythmen barfuß über die Bühne und singt betroffen von einer Welt, in der sie nur „Erschlossenes Land“ ausmachen kann, am Ende des Stückes aber im „Gegenüber unbekanntes Land“ betritt.

Mit der Zeit legt sie mehr und mehr Unsicherheit ab, überdreht fast übermütig ihre gute Stimmung, gibt den Clown, die gute Freundin und beides aus der puren, ungekünstelten Lust des Augenblicks. Das begeisterte Publikum ließ sie erst nach zahlreichen Zugaben wieder aus den Armen.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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