Regisseur Asghar Farhadi triumphiert bei der Berlinale - Silberner Bär für Ulrich Köhler

Drei Bären gehen nach Iran

Drei Bären für die Besetzung des Siegerfilms „Nader und Simin, eine Trennung“: Von links die Darsteller Sareh Bayat, Sarina Farhadi, Peyman Moadi, Regisseur Asghar Farhadi sowie Ali Asghar Shahbazi und Babak Karimi. Foto: dpa

Berlin. Er ist der große Triumphator der 61. Berlinale: Der iranische Regisseur Asghar Farhadi (39) holte am Samstagabend mit seinem Psychodrama „Nader und Simin, eine Trennung“ gleich drei Bären, den Goldenen für den besten Film und zwei Silberne für die besten männlichen und weiblichen Darsteller - jeweils im Team. Den riesigen Erfolg nahm Farhadi sehr ruhig auf.

Erfolg ist der aus Isfahan stammende Regisseur gewohnt: Vor zwei Jahren erhielt er einen Silbernen Bären für die beste Regie in „Alles über Elly“. Den jüngsten Triumph hat er auch nicht seinem im Iran zu sechs Jahren Haft verurteilten Kollegen Jafar Panahi zu verdanken. Er glaube nicht, dass die Jury der Berlinale sich davon habe beeinflussen lassen, sagte er.

Bei der Eröffnung der Berlinale hatte Jury-Präsidentin Rossellini eine bewegende Botschaft Panahis verlesen, dessen Stuhl in der Jury demonstrativ leer blieb. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick bezeichnete die Entscheidung der Jury als mutig und sagte, er sei sehr glücklich darüber.

Ein großer Erfolg für den deutschen Regisseur Ulrich Köhler ist die Auszeichnung seines Films „Schlafkrankheit“ mit dem Silbernen Bären für die beste Regie. Darin erzählt Köhler die Geschichte eines Entwicklungshelfers in Afrika.

Das RAF-Drama „Wer, wenn nicht wir“, das Spielfilmdebüt von Dokumentarfilmer Andres Veiel, erhielt bei der Gala im Berlinale-Palast vor 1600 Gästen den Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet.

Der ungarische Regisseur Bela Tarr bekam für sein Endzeitdrama „Das Turiner Pferd“ den Großen Preis der Jury und damit ebenfalls einen Silbernen Bären. Insgesamt waren 16 Filme im Rennen um die Bären.

Weitere Auszeichnungen: • Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Leistung: Wojciech Staron (Kamera) und Bárbara Enríquez (Produktionsdesign) für „El Premio“ (Der Preis) von Paula Markovitch (Argentinien). • Silberner Bär für das beste Drehbuch: Joshua Marston und Andamion Murataj (USA/Albanien) für „The Forgiveness Of Blood“ (Blutrache). • Goldener Bär bester Kurzfilm: „Paranmanjang“ (Nachtangeln) von Parking Chance (Park Chan-wook und Park Chan-kyong) (Korea). (dpad/dpa)

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