Drei Kasseler Duos im Theaterstübchen

Tolle Improvisationen: Nikole Jukic. Foto: Schachtschneider

Kassel. 20 Treppenstufen in einen Keller, 15 Euro Eintritt, 130 Gäste und 3 x 2 Bands auf der Bühne. So weit die Zahlen des Abends. Wie alt dürfte derjenige werden, der so etwas organisiert?

Vermutlich sehr alt. Denn Markus Knierim vom Theaterstübchen hatte seine helle Freude am Donnerstag, und Zufriedenheit ist bekanntlich der beste Freund der Gesundheit.

Drei Duos mit unterschiedlichem Songmaterial, inklusive kreativer Schnittmengen, boten kurzweiliges Konzert-Entertainment, das dem Publikum zu gefallen schien. Kraftvoll und mit viel Soul in der Stimme eröffnete Nicole Jukic mit ihrer Pianistin Lisa Sommerfeld den munteren Reigen. Dabei gelang besonders eine Bearbeitung von „Sweet Dreams“ (Eurythmics) und ein Swing, den Sommerfeld lässig aus der linken Hand schüttelte. Das inspirierte Jukic zu großartigen Improvisationen.

Bei Florence Viereck und Frank Sommerfeld bekamen auch weltmusikalische Klänge ihren Raum. Die Sängerin und der Gitarrist mischten afrikanisches Liedgut mit Jazz und Folk, doch bei Intonation, Konzentration und Technik sollte man die ein und andere Hürde noch überspringen.

Mit diesen hinterhältigen Komponenten mussten sich Katja Friedenberg und Thomas Höhl nicht herumärgern. Die „The Voice of Germany“-Kandidatin wirkte souverän und überzeugte bei subtilem Songmaterial mit Verve und Gelassenheit. Allerdings wirkte ihr Timbre etwas schattig und blass. Das könnte an ihrer Mikrofoneinstellung, ihrer Tagesform oder dem oft sehr dominanten Pianospiel von Höhl gelegen haben. Dieser wiederum ist mittlerweile ein technisch ausgereifter, mit einem brillanten harmonischen Gespür ausgestatteter Pianist.

„Flugzeuge im Bauch“ (Grönemeyer), „Euphoria“ (Loreen) und „Lullaby for Cain“ (Sinead O‘Connor) überzeugten mit wunderschönen Arrangements. Zum Abschluss gab es einen Stevie Wonder für alle und viel Applaus.

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