Drei Musiker spielten und erzählten im Schlachthof von sich

Gaben viel von sich preis: Dimitrios Papanikolau (Geige), Michael Kravtchin (Klavier) und Tatiana Gracheva (Cello). Foto: Malmus

Kassel. HNA-Hörfunkmann Daniel Ebert, der die Veranstaltung „Musikgeschichten“ am Freitagabend im gut besuchten Schlachthof mit viel fröhlichem Charme moderierte, brachte es gleich auf den Punkt: „Ich möchte den Musikern heute nicht nur Töne, sondern auch Geschichten entlocken.“

Seine Gäste waren der in Moskau geborene Pianist Michael Kravtchin, die russische Cellistin Tatiana Gracheva und Dimitrios Papanikolau, Chef der 2. Violine im Kasseler Staatsorchester und gebürtiger Pole mit griechischen Wurzeln.

Mal solo, mal im Duo, mal als Trio zelebrierten die drei ihre Künste im Bereich klassischer Musik. Wunderschön und berührend gespielt: Werke von Chopin, Bela Bartok, Beethoven. Aber noch berührender waren an diesem Abend die Geschichten der drei Musiker.

Ebert fühlte sich gut ein in die Persönlichkeit seiner Gesprächspartner und stellte kurze, aber prägnante Fragen. So erfuhr man nicht nur, wie Michael Kravtchin über Israel nach Deutschland gekommen ist und dass er seine Schulzeit in Offenbach verbrachte, sondern auch, dass er Kassel liebt, weil „es auch etwas von einem Dorf hat“, und dass der 40-Jährige seit einem Jahr mit Tatiana Gracheva zusammen ist.

Die antwortete Ebert auf Russisch, Kravtchin übersetzte. Dass Gracheva stets „auch mit dem Gesicht Cello spielt“, stellte Ebert augenzwinkernd fest. „Das habe ich von Papa“, antwortete sie lachend. Und was hat für die in Paris lebende Musikerin Kassel vielen Großstädten voraus? „Das Wasser. Sogar das Trinkwasser schmeckt hier.“

Papanikolau hatte das Publikum mit der e-moll-Sonate von Paganini verzaubert, ehe er sich als großer Beatles-Fan und Whisky-Liebhaber bekannte. Er erzählte von seinen Eltern und seiner Kindheit in Polen, wo es ihm auch „ohne viel Geld“ ermöglicht wurde, Musiker zu werden. Zum Abschluss spielten die drei das Finale von Beethovens „Gassenhauertrio“ und ernteten für Musik und Geschichten viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.