Beim Finale des Louis-Spohr-Wettbewerbs in der Stadthalle setzte sich die Hannoveranerin Julia Rinderle durch

Drei Pianisten und ein schrilles Geschenk

KASSEL. Die Siegerin ist eine junge unbeschwerte Frau und kommt aus Hannover. Doch nicht nur der Lena-Faktor führte beim 16. Internationalen Louis-Spohr-Wettbewerb zum Erfolg. Mit beträchtlichem Können eroberte Julia Rinderle die hundert Zuhörer im Gesellschaftssaal der Stadthalle, wo drei Pianisten die Finalrunde des musikalischen Kräftemessens bestritten. Rinderle gewann sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis - und ist nun um 2500 Euro reicher.

Das Klaviertalent, das 1990 in Memmingen zur Welt kam und in Hannover bei Prof. Roland Krüger studiert, bot neben einem reizenden Stück von Louis Spohr die äußerst fordernde g-moll-Sonate von Robert Schumann, was eine effektivere Stückauswahl war als das Programm des Italieners Andrea Capecci.

Feine Klangpalette

Der zeigte in Debussy-Préludes zwar eine feine Klangpalette, aber eben zu wenig Virtuosenfeuer. Dritter Finalist war der zupackende Valentin Reznikov, der die Schule seines Lehrers Iwan Urwalow erkennen ließ.

Unterstützt wurde der Wettbewerb von der Kasseler Sparkasse, den mit 2000 Euro dotierten Förderpreis spendete die Louis-Spohr-Stiftung, deren Vorsitzender Dr. Lorenz Becker auch manch launiges Wort beisteuerte, und den Publikumspreis von 500 Euro stiftete die Loge „Durch Licht zum Frieden“.

Zudem gab’s ein Abschiedsgeschenk für Hans-Dieter Uhlenbruck, den scheidenden Musikakademie-Direktor und Vorsitzenden der Jury. Die Sopranistin Hyun Jeoung Kim sang Arien mit ausladendem Vibrato. Ein schrilles Geschenk.

Von Georg Pepl

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