Pari Pari, White West und James and the Ultrasounds spielten in der Goldgrube

Drei Stile für die Mega-Party

Stellten in der Goldgrube ihr Album vor: (von links) Linda Kleber (Bass, Gesang), Dominik Schilling (Schlagzeug) und Sebastian Lörsch (Gitarre, Gesang). Foto: J.Hein

Kassel. Sie sind und bleiben Kassels beste französische Punk-Band. Ein riesiges Publikum hatte sich am Samstag in der Goldgrube eingefunden, um Pari Pari und ihr neues Album zu feiern. Schade nur für die Fans, dass Sebastian Lörsch, Dominik Schilling und Linda Kleber seit Kurzem in Berlin leben, wo sie in Windeseile die Szene erobert haben. Kein Wunder, denn ihr frecher, ausgelassener Sound ist mitreißend. Man muss allerdings etwas Französisch können, um jede kluge Anspielung zu verstehen. Ansonsten genießt man einfach die schönste Sprache der Welt und Punk vom Feinsten.

Die Show in roten Pullovern, Faltenrock und mit lackierten Fingernägeln folgt den Ritualen der Musiker: Schlagzeuger „Dominique“ trinkt Rotwein, Bassistin Linda wird konsequent als „Madame Tutu“ angesprochen, Gitarrist und Sänger Sebastian moderiert konsequent in Französisch und legt eine schweißtreibende Performance hin. Spätestens dazu wurde getanzt. Zu hören gab es Band-Klassiker wie „Vivre la France“ und Songs vom neuen Album „Bonjour la Résistance“. Es ist nicht zu überhören, dass Pari Pari ihrem Stil treu bleiben und ihn perfektioniert haben.

Schon die beiden Bands, die davor spielten, hatten das Publikum verwöhnt. Mit White West aus Berlin touren Pari Pari zurzeit durch Deutschland. Das Trio eröffnete den Abend mit schwarz geschminkten Gesichtern und melancholischem New Wave und schuf eine düstere Atmosphäre. Sänger und Bassist Reimar West verlieh den englischsprachigen Songs mit seinem Stimm-Timbre zwischen rauchig und nasal Gänsehaut-Stimmung.

Im Kontrast dazu verbreitete die US-Band James and the Ultrasounds mit ihrem Rock ’n’ Roll gute Laune. Durch die Klangfarben und den Slang von Sänger James Godwin fühlte man sich fast wie in ihrer Heimat Memphis, Tennessee. Passend dazu trat Godwin im Rockabilly-Style auf und Luke White (Gitarre), John Argroves (Schlagzeug) und David Johnson (Bass, Gitarre) trugen Western-Hemden. Spätestens mit ihrer „Ode To The Party“ war klar, dass bei ihrer beschwingten Musik Spaß im Vordergrund steht.

Jede der Bands hätte mit Leichtigkeit ein eigenes Konzert auf hohem Niveau abliefern können. So feierte das Publikum in der Goldgrube gleich dreifach.

Von Joséphine Hein

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