ARD, Sonntag, 20.15 Uhr

Dresdner „Tatort“ erzählt vom grausamen Mord an einem Achtjährigen

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Gefährliche Neigung: Den kleinen Oskar (Finnlay Berger) lockt René (Benjamin Lillie) mit ferngesteuerten Spielzeugen. Der Mitarbeiter der Stadtwerke gerät in Verdacht, als ein mutmaßlich von einem Pädophilen missbrauchter Junge tot aufgefunden wird.

Zu Beginn des Dresdner „Tatorts“ am Sonntag (20.15 Uhr, ARD) wird der achtjährige Rico vermisst. Es ist der Auftakt für einen geradlinig erzählten, ernsten Krimi. Unsere TV-Vorschau.

Es ist der Alptraum aller Eltern: Ein Junge kommt vom Schwimmtraining nicht nach Hause. Später wird er tot aufgefunden. Ein Fall, der die Kommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) aufs Ärgste fordert. Auch bei ihrem Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) liegen die Nerven blank.

Was ist mit dem Jungen passiert?

Das ist ein Bild, das man so leicht nicht vergisst: Wie eine wächserne Puppe, in einer Tasche geradezu zusammengefaltet, ist Rico in die Elbe geworfen worden. Betäubt, missbraucht und ertrunken – aber nicht im Fluss. Bei der Obduktion werden ein lavendelölhaltiges Badesalz in der Lunge und Spermaspuren im Mund entdeckt. Ricos Eltern sind so gelähmt wie rasend vor Wut.

Der Schock setzt auch den Ermittlern zu. Selbst Rechtsmediziner Falko Lammert (Peter Trabner) ist dünnhäutig. Spekulationen der Boulevardmedien befördern den Ermittlungsdruck.

In welche Richtungen wird ermittelt?

Der aufregende Film des erst 31-jährigen Regisseurs Dustin Loose nach einem Buch von Mark Monheim und Stephan Wagner zeigt sehr schön die Teamarbeit: Nach und nach trägt die Polizei Informationen zusammen. Das entscheidende Puzzleteil wird sich in den Akten finden – es hat vor Jahren einen ähnlichen, ungelösten Fall gegeben, der Kommissariatsleiter Schnabel nicht loslässt. Deshalb der „Tatort“-Titel „Déjà-vu“.

Die Zuschauer haben einen entscheidenden Vorsprung. In einer Parallelhandlung wird von einem merkwürdigen Paar erzählt: Jennifer (Alice Dwyer) kümmert sich mit fast mütterlicher Sorge um den jüngeren René (Benjamin Lillie). Schnell weiß man: Er verbirgt eine pädophile Neigung. Und seine Partnerin weiß davon.

Wird das nicht deshalb schnell langweilig?

Keineswegs. Hatte der letzte „Tatort“ aus Dresden, der im Versicherungsmilieu spielte, nicht die richtige Balance zwischen Klamauk und Krimi, ist der fünfte Fall dieses Teams nun ein sehr ernsthafter, geradlinig erzählter Film. Der Dresdner „Tatort“ ist also wieder auf Kurs. Schade also, dass sich Alwara Höfels zum Ausstieg entschieden hat. Der sechste, vor Weihnachten gedrehte ist ihr letzter als MDR-Kommissarin.

Die Kritik lesen Sie Sonntagabend auf www.hna.de/kultur

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