Tag elf im australischen Dschungel

Kriegserklärung im müden Dschungelcamp

Fiona Erdmann

„Deine Mission ist immer noch, das Sams mit Haarverlängerung zu eliminieren.“ Dieser Auftrag, formuliert von einem gewissen Jérôme in einem Brief an Magermodel Fiona, brachte das müde Dschungelcamp am elften Tag in Wallung.

Die rothaarige Konkurrentin Georgina fühlte sich als „Sams“ angesprochen, und als alle verstanden hatten, was „eliminieren“ heißt (natürlich war es Olivia, die Rat wusste: „wie auslöschen, töten“), fasste die Lagerfeuer-Zwangsgemeinschaft diesen Brief als „Kriegserklärung“ auf. Fiona sei „echt ’ne Bitch“, fauchte Georgina, „jetzt krieg ich ’n Koller, ey.“ Das kann ja heute heiter werden.

Das Verlesen der Briefe von Familien und Freunden war ansonsten das übliche, aus früheren Staffeln bekannte Rührstück. So süßlich und klebrig wie der Ahornsirup, mit dem Iris und Patrick bei der Dschungelprüfung, auf einem Plastik-Känguruh Rodeo reitend, beschossen wurden. Da wurde zum Beispiel die immerzu miesgelaunte, leidende, empfindliche und anschließend aus dem Camp gewählte Allegra als „wertvoller, warmherziger, liebenswerter Mensch“ gepriesen.

Erschütternd, dass Joey bekannte: „Ich hab eigentlich noch nie ’nen Brief bekommen.“ Das immerzu an sich und seinem Durchhaltevermögen zweifelnde Camp-Küken will aus der Liebeserklärung seiner Freundin den „Funken von Kampfgeist“ ziehen, der ihn nun doch ausharren lässt. „Darauf kannst du einen lassen“, wandte er sich wenig romantisch an die schmerzlich Vermisste.

Seine Angst, dass bei einem frühzeitigen Ausscheiden vor lauter Heimweh „die Zuschauer ihr Geld zurückhaben wollen“, konnten ihm die Mitbewohner nehmen.

Fotos. Boing, boing! Mama Katzenberger reitet ohne BH

Boing, boing! Mama Katzenberger reitet ohne BH

Und sonst? „Heimleiterin“ Olivia („ich bin echt rundum zufrieden“) zeigt die nötige Distanz und Selbstironie. „Die Königin von St. Pauli“ will auch den zweiten „beklopptesten Titel des Planeten“, den der Dschungel-Königin. Georgina will „nochmal so abführende Medikamente“. Und Ex-Kaufhaus-Erpresser Arno empfindet das Rausgewähltwerden „ein Stück weit als Befreiung“: „Das Dschungelcamp ist schon schlimmer als der Knast.“

Von Mark-Christian von Busse

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