Dschungel, Tag fünf: Tränen, Heimweh und viel Liebe

Loser sind wir, wenn wir reingehen, sagte Jazzy am fünften Tag im Dschungelcamp, „wenn wir rauskommen, sind wir alle tapfer“. Die elf Kandidaten stilisieren sich zu Helden, die Unglaubliches aushalten.

Verzicht auf Zigaretten, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Nierenschmerzen und vor allem Regen, Regen, Regen – die Insassen leiden. „Nur grau und nass und depri“, ärgerte sich Martin Kesici. „Die rauben mir die Seele mit diesen Kameras“, schimpfte „Magier“ Vincent Raven. „Das sieht man auch im Fernsehen nicht“, wunderte sich Ramona immer noch, worauf sie sich da eingelassen hat. Und die Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow lästerten, es werde so viel gejammert, dass das ZDF bald eine Spendengala veranstaltet.

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Tapferkeit und Ausdauer verlangt „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ auch den Zuschauern ab, die in der ziemlich zähen XXL-Fassung am Dienstagabend von Jazzys Verdauungsproblemen und vom Wildpinkeln von Teddybär Ailton und Martin Kesici unterrichtet wurden und beobachten mussten, wie sich Ramona Leiß und Vincent Raven in der Dschungelprüfung mit allerhand Widerlichkeiten quälen mussten: pürierte Kakerlaken, Kakerlaken am Spieß, geröstete Mehlwürmer, Kotzfrucht mit Fliegen, Fischaugen, Seidenraupen, Schweine-Anus und zuletzt warmes Buschschwein-Sperma. Das schmeckte Vincent sogar richtig „geil“: „Da hätte ich einen Liter gesoffen“, prahlte er im Camp.

Als krasser Macho entpuppte sich der Schweizer mit der Kraft der Raben, als die robuste Jazzy („ich habe keinen Bock auf Bullshit, ich habe keinen Bock auf Kindergarten“) zur Tages-Teamchefin gewählt wurde. „Frauen darf man nie zur Chefin wählen“, fing der langmähnige Rabenflüsterer an, um sich gar nicht mehr einzukriegen, „das darf man nie, die fangen dann an zu spinnen, wegen dem kleinsten Mist. Man sollte ihnen auf die Finger schauen.“

Als Daniel Lopes in Tränen aufgelöst war, tröstete Vincent, ohne harte Männlichkeit zu markieren: „Wenn du weinst, ist es gut.“ Daniel stand kurz vor der Aufgabe, er hatte sich von den anderen schon verabschiedet. Ein Argument: Vom Geld, das er im Camp verdiene, sehe er sowieso „keinen Cent“. Schulden, kein Einkommen, kein fester Wohnsitz, deshalb keine Besuche seines Sohns („er wächst komplett ohne mich auf, Mann“) – das sind Dramen, die für die Ekel-Show eigentlich eine Nummer zu groß sind. Wirkliche Dramen, bei denen sich sogar jeder Moderatoren-Spott verbietet.

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Aber das Camp wächst ja zur großen Familie zusammen. „Ich lieb dich, mein Bruder“, klatschte Daniel bei der Rückkehr seine Kumpel ab, „danke für eure Liebe.“ Auch die gestrenge Jazzy meint es ja nur gut: „Ich mein das alles mit Liebe“, beendete sie ihre Kommandos, als sie die Aufgaben („Toilette, Spülen, Bohnen, Reis und Feuer“) militärisch knapp befahl.

In die geschwisterliche Barmherzigkeit nicht integriert ist Ramona. „Ich bin erwachsen, ich komm klar“, meinte die zwar. Jazzy sieht das anders: „Man soll die Pfleger-Rolle übernehmen.“ Hat sie keine Lust drauf. Übrigens: Ramona ist 54.

Von Mark-Christian von Busse

Rubriklistenbild: © RTL/Stefan Menne

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