RTL-Dschungelcamp

Prognose: Die Krone für die Mutti

Das RTL-Dschungelcamp ist eklig und widerlich. Kann man jedenfalls so sehen: „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“, wie die Sendung eigentlich heißt, als Trash-TV, in dem sich elf gescheiterte oder Möchtegern-Stars an die Hoffnung auf Prominenz klammern wie Schiffbrüchige an ein Rettungsboot.

Nicht nur pekuniär bedürftige Gestalten des Privatfernseh-Universums, die sich aufs Übelste vorführen lassen. Nur: All das ist gleichzeitig äußerst amüsant. Auch, weil RTL alle medienkritischen Einwände in seiner perfekten, aufwendigen Inszenierung aufnimmt und somit unterläuft. Das Moderatoren-Duo Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (der sich als Nachfolger des verstorbenen Dirk Bach mehr als passabel schlägt) ist bissig, gemein, genial komisch. Die Quoten sind sensationell - mit jeweils über sieben Mio. Zuschauern. Der Marktanteil der 14-49-Jährigen liegt zuweilen bei fast 50 Prozent.

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Donnerstag geht die Kennenlern-Phase im Sozialexperiment im australischen Busch zu Ende. Ab jetzt wählen die Zuschauer Kandidaten raus - und die Campbewohner nominieren einander per Geheimabstimmung zur Dschungelprüfung.

Wer hat Aussichten, bis zum Finale in zehn Tagen am Lagerfeuer sitzen zu bleiben?

Die Camp-Mutti

Klare Favoritin ist Olivia Jones. Der 2,07 Meter große Travestiekünstler Oliver Knöbel (43), der mehrere Szenekneipen in Hamburg betreibt, macht die reflektiertesten Bemerkungen und den souveränsten Eindruck. Die schrille „Mutti“ hält den Laden sympathisch, tough und tapfer zusammen. Beste Chancen auf die Dschungel-Krone.

Das Küken

Es hatte etwas Rührendes, wie Olivia dem 19-Jährigen Joey Heindle (war Fünfter bei „DSDS“) den Unterschied zwischen Transvestitismus und Transsexualität erklärte. „Das is’ ja wie Mathe“, staunte Joey, „da muss man sich ja voll gut auskennen.“ Mit seinem naiv-knuffigen Teddybärencharme könnte er weit kommen. Allerdings staunte „Spiegel online“ schon am ersten Tag: „Wie kann einer so doof sein?“

Feurige Dschungelprüfung

Feurige Dschungelprüfung, Ohrfeige für Joey und viele Tränen

Die Zicken

Fast routinemäßig wurde „Bachelor“-Kandidatin Georgina Bülowius (22) in die Prüfungen gewählt. Ihr hysterisches Gezicke, etwa bei Koch-Streitigkeiten mit Fiona Erdmann (24, war mal Vierte bei „Topmodels“), prägt die Show. Fiona ist froh, wenn sie irgendwas bei sich behalten kann. Auch Dauerplapperer Silva Gonzales (33, Hot Banditoz), der vor Kraft kaum weiß wohin, zählt zu den Quälgeistern. Alle drei: chancenlos.

Die Zurückhaltenden

Es gab Pornosucht-Geständnisse (vom Schweizer Sänger Patrick Nuo) und Familienanekdoten (von Tony-Curtis-Tochter Allegra) - doch beide gehören zur Gruppe der unauffälligeren Kandidaten. Wie Claudelle Deckert („Unter uns“), Ex-Erpresser „Dagobert“ Arno Funke, Klaus Baumgart (Klaus & Klaus) und die Null-Prominente Iris Klein. Wobei: Weder den Nacktszenen und Anmachsprüchen des „brünftigen Shanty-Bocks“ Klaus (Zietlow) noch dem krassen Rheinpfalz-Dialekt der Katzenberger-Mama kann man am Schirm entkommen.

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