Borwin Bandelow las

Dschungel der Psyche

Borwin Bandelow Foto:  dpa

Göttingen. Ängste, Zwänge, Depressionen: Borwin Bandelow, Professor für Psychiatrie in Göttingen, kennt sie aus seiner Praxis. Mit „Wenn die Seele leidet“ hat der gebürtige Göttinger nun ein Überblicksbuch vorgelegt, das Informationen zu gängigen psychischen Krankheiten bietet. Beim Göttinger Literaturherbst stellte er das Werk in der Paulinerkirche vor.

Nicht nur um die Leiden der Patienten geht es Bandelow, er wirbt humorvoll für den Blick auf die andere Seite, die des Therapeuten, der auch ein normaler Mensch sei. Hierfür gibt er selbst das Beispiel. Statt kühlem Fachvortrag bietet der Psychiater eine kurzweilige, wenn auch nicht durchgängig strukturierte Präsentation mit Lese-Elementen, zum Schwerpunkt Depressionen. Mut macht der leitende Oberarzt: Nahezu alle Störungen könne man therapieren und so Lebensqualität zurückgeben.

Keinen Zweifel lässt Bandelow daran, dass sein Buch auf Sichtung zahlreicher Studien fußt. Allein die Erfahrung sei oft ein schlechter Ratgeber, alle Therapieansätze bei Depressionen betrachtet er streng auf der Basis empirischer Befunde.

Bandelow leugnet auch nicht, dass er kein Experte für alle im Buch beschriebenen Krankheiten ist, sondern ein Nachschlagewerk zur Erstinformation bietet.

Borwin Bandelow: Wenn die Seele leidet. Rowohlt, 416 Seiten, 19,95 Euro.

Von Jan Löffel

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