Dschungel, Tag sieben: Es stinkt abgöttisch!

+

„Das ist hier kein Schönheitswettbewerb“, stellte Daniel Lopes treffend fest. Im Dschungelcamp geht es nicht um den schönen Schein, sondern darum, Demütigungen mit einer möglichst großen Restwürde zu ertragen. Verlierer des Tages in dieser Disziplin: Vincent Raven.

Lesen Sie auch

Dschungel, Tag sechs: Die tägliche Blamierung

Für einen „Magier“, der mit mentaler Stärke arbeitet, erlitt der 45 Jahre alte Schweizer einen verblüffenden Kontrollverlust. Um nicht zu sagen: Ihm brannten die Sicherungen durch. Weil er bei einer Schatzsuche in einen offenkundig bestialisch – oder, wie Rocco es sagte, „nach Pisse, Kotze, Scheiße gleichzeitig“ - stinkenden Tümpel fiel, rastete er aus und verfiel in eine minutenlange aggressive Ansprache, deren Fäkalgehalt so hoch war, dass sie an dieser Stelle gar nicht ausführlich zitiert werden kann.

Es war so etwas wie der Versuch, den Gestank, den das Fernsehen ja dummerweise nicht in die deutschen Wohnzimmer transportieren kann, in sprachliche Bilder zu fassen. Die Höhepunkte: „Ich werde abartig!“ „Es stinkt abgöttisch!“ „Der Gestank ist in meine Seele rein! Ich bin die Scheiße!“ „Meine Raben würden sich das auch nicht bieten lassen!“

Tag 7 im Dschungelcamp: Telefon des Grauens und Nerv-Micaela

Den entscheidenden Satz „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ sagte der „Alpen-Ayatollah“ nicht – denn Stars seien sie ja alle nicht, erklärte er am Lagerfeuer, „wir sind bekannt“. Bekannt – und im Fall des Rabenflüsterers jetzt gefürchtet.

Mehr Gelassenheit und Gleichmut bewies Martin Kesici, der am „Telefon des Grauens“ Quiz-Fragen beantworten musste und sieben Sterne holte – bis zum Hals im Wasser stehend, mit Frischwasser-Krokodilen, Spinnen, Skorpionen, Kakerlaken, Fliegenlarven, Mehlwürmern und Buschbienen übergossen. Dergestalt eklig verschleimt, wusste er zwar noch, dass Edmund Stoiber seine Frau Muschi nennt, aber nicht mehr, wie die Schwägerin von Prinz William heißt: „Pippi, Kakka oder Pippa?“

Pippa wäre ein wunderbarer Beleg für Jazzys Erkenntnis, dass Sexy-Sein nichts mit Nacktheit zu tun hat. Nur Micaela hat das nicht begriffen. „Australian Open“ (Harald Schmidt) nötigte den genervten Camp-Mitbewohnern („abnormal, zu viel, langweilig, suspekt“) wieder ihre Sex-Fantasien auf („ein Mann und eine große Blondine und ich kann zugucken“). Die vernünftige Brigitte Nielsen stellte die nahe liegende Frage: „Was sollen die Eltern denken?“ Aber aufs Publikum wird natürlich keine Rücksicht genommen: RTL rückte Micaelas Brustwarze im Extra-Großformat ins Bild.

Jazzy wiederum erläuterte, welch intellektuelle Herausforderung das Dschungelleben ist. Man muss immer um die Ecke denken, stets auf der Rechnung haben, was der andere womöglich heimlich vor der Kamera erzählt, um die Zuschauer zu beeinflussen. Das schürt die Konflikte, von denen die Show lebt. Sie, Jazzy, glaubt also, Micaela würde insgeheim lästern (was ja gar nicht stimmt).

Dann lästert Jazzy lieber gleich selbst: „Es ist ganz schlicht da oben, da ist nicht viel drin.“ Gemeint waren diesmal ausnahmsweise nicht Micaelas Brüste. (vbs)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.