Dschungel-Talk mit Werbung

TV-Kritik: Neue Show „Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!“

Große Freude: Sänger Willi Herren ist im Finale. Foto: rtl

Fade, redundant, unaufgeregt. In der neuen RTL-Show „Ich bin ein Star - Lasst mich wieder rein!" kämpfen pro Abend drei ehemalige Kandidaten des Dschungelcamps um den erneuten Einzug in den australischen Busch.

Die Show hat jedoch ein liebloses Konzept: Etliche Wiederholungsschnipsel mit Highlights aus der Staffel, in der die drei Kandidaten des Abends im Dschungel waren, sind nur kurzweilig unterhaltsam. Man kennt es eben schon. Nichts mit Ekelfaktor hoch 100, Gezicke, Gejammer und Panikattacken.

Die laschen Spiele (vier Prüfungen pro Dreierkampf) füllen die recht dürftige Zeit zwischen elend langen Werbepausen. Anstatt Würgereiz und körperlich anstrengenden Aufgaben schreien sich die Dreierteams zum Beispiel per Megafon von Dach zu Dach irgendetwas zu und versuchen Matheaufgaben zu lösen. Nach insgesamt drei Prüfungen pro Abend folgt in beiden Shows das gleiche Quiz, bei dem Fragen zur Staffel beantwortet werden müssen, ansonsten gibt es eine Schleimdusche. Nicht wirklich unterhaltsam.

Auch die Dreierteams überzeugen nicht, zu wenig Bissigkeit untereinander: Aus Staffel eins traten Costa Cordalis (71, fand alles wunderschön), Werner Böhm (74, drohte stets mit seiner Faust) und Dustin Semmelrogge (35, machte Werbung für irgendetwas, das keiner verstand) in Berlin gegeneinander an. In der zweiten Folge ging es „irgendwo im Osten Deutschlands“ - mehr sagten die Moderatoren dazu nicht - rund für Carsten Spengemann (42, hat sich mit Willi vertragen), Willi Herren (40, hat sich mit Carsten vertragen) und Nadja abd el Farrag (50, hat nichts verstanden) aus Staffel zwei.

Zu den eingeblendeten Spielbeiträgen und Staffelhighlights dürfen sich die Kandidaten live in einer Talkrunde im Studio in Hürth äußern. Dabei wurden zum Beispiel aus den Kontrahenten Willi Herren und Carsten Spengemann ehrliche „Freunde“. Die Moderatoren Sonja Zietlow (47) und Daniel Hartwich (36) zündeten zwar ein ordentliches Sprüchefeuerwerk, das war aber auch schon mal besser. Die Quoten bestätigen den Reinfall: Den Auftakt schauten im Schnitt 3,03 Millionen Menschen (15,7 Prozent Marktanteil), Folge zwei am Samstag nur noch 2,08 Millionen (10,9 Prozent), als sich RTL der Fußball-Konkurrenz im ZDF stellen musste. Zum Vergleich: Das vergangene neunte Dschungelcamp sahen Anfang 2015 im Schnitt 6,8 Millionen Zuschauer. Eine einzige Show mit mehr Kandidaten würde womöglich besser unterhalten, das Sommerloch aber nicht so prall füllen.

Die Show

Seit Freitag tragen pro Abend drei Kandidaten einer Staffel auf RTL Dreierkämpfe aus, beginnend bei Staffel eins bis neun am Samstag, 8. August. Aus den Siegern wählt das Publikum nach der Final-Show einen ins Dschungelcamp 2016, der dann zum zweiten Mal mitmachen darf. Am Montag sind ab 22.15 Uhr Christina „Mausi“ Lugner (Ex-Frau von Richard Lugner), Schauspielerin Ingrid van Bergen und Schauspieler Peter Bond dran.

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