Dschungel, Tag zwölf: Das ist das Paradies

Wäre es nicht so unglaublich widerlich, müsste man sagen: In manchen Momenten ist die sechste Staffel von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ zäh wie die Geschlechtsteile von Busch-Schwein und Busch-Hirsch. 

Diese mussten die Kandidaten Kim und Radost in der gestrigen Dschungelprüfung verspeisen.

Die Zeit im Dauerregen zieht sich schrecklich lang, zumindest in der gestrigen XXL-Zusammenfassung bis Mitternacht. Die verbliebenen Insassen machen, einem brasilianischen Tänzchen von „das Ailton“ zum Trotz, den desolaten Eindruck, nichts als raus zu wollen. Ein Toastbrot mit simpler Marmelade und Butter ließ sie geradezu in höheren Sphären schweben. „Jetzt gehe ich in Paradise“, schwärmte etwa die professionellste aller Teilnehmer, Brigitte Nielsen, „das war Höhepunkt von Dschungelcamp“. Aber nicht für die Zuschauer.

Auch die angeblichen Turteleien von Kim und Rocco und Vincents absurde Schwenkerei von selbst produziertem Weihrauch konnten einen nicht mitreißen. Weil also wenig passierte, ist Gelegenheit, RTL ausdrücklich zu würdigen für die Präzision der Schnitte und für die geniale Musikauswahl. Da sind schon echte Profis am Werk.

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Schön zu sehen war das, als sich die ausgeschiedene Jazzy – unterlegt von Stephan Remmlers „Einer muss der Beste sein (Ich bin der Nabel der Welt)“ – im Bus zum Hotel ausgiebig selbst lobte, wie aufrichtig und authentisch und fair sie doch sei, und dann gezeigt wurde, wie sie im Camp auch hinter dem Rücken der anderen loslederte: „Vollidioten“, „Irrenhaus“, „die spricht mit mir, als wär sie der Führer“ und so weiter. „Aus meiner Sicht dreht sich alles um mich“, sang der Ex-Trio-Frontmann dazu. Herrlich.

Ähnlich erhellend war Radosts Auftritt bei der schlimmen Ekel-Prüfung, als sie gemeinsam mit Kim „rohes und gekochtes totes Essen“ (so kündigte es „Dr. Bob“ an, den man auch nicht mehr sehen kann) zu verspeisen hatte: Lammhirn mit fermentiertem Entenei, Kotzfrucht, zum Burger gebratene Kakerlaken und Mehlwürmer, Mäuseschwänze und Busch-Schwein-Vagina. Radost gab mehrmals gewissermaßen kampflos auf, nur um – als Kim auf einem Hirschpenis kaute – großspurig aufzutrumpfen: „Das würde ich auch essen.“

Nein, so wird man keine Dschungelkönigin. Radost wurde rausgewählt.

Von Mark-Christian von Busse

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