Dschungelcamp-Nachlese: Jeder hat Probleme

Das war zu viel des Bissigen: Helena Fürst, überschüttet mit Grillen und Kakerlaken, die Hände in Kästen mit Schlangen und Krabben. Foto: rtl

Helena Fürst in Tränen, Gunter Gabriels unglaubliche Geschichten und „sinnlose Diskussionen über Sinnlosigkeiten“ - im Dschungelcamp geht es hoch her.

Es war Montagabend bestens zu bewundern, wie perfide RTL sein Dschungelcamp inszeniert. Die zwei zu Beginn aufgeteilten Gruppen - „Snake Camp“ und „Base Camp“ - wurden nun aufeinander losgelassen. Die eine ausgehungert - nachdem die immer wieder nominierte Helena Fürst alle „Prüfungen“ verloren hatte -, die andere satt und mit einem weiteren Abendessen vor Augen.

Streit ums Essen hat sich noch immer als prima Brandbeschleuniger in der sowieso erhitzten Dschungel-Szenerie erwiesen: Wie wenn man eine brennende Fackel in einen Benzinlaster schleudert. So auch diesmal. Ricky Harris, bisher eher als Camp-Frohnatur aufgefallen, zeigte sich als Wortführer der „Wir teilen nicht“-Stimmung. So fallen die Masken.

Wie auch bei Nathalie Volk. Der geht ihr Ruf als Topmodel-Zicke voraus. Als DSDS-Dauerbewerber Menderes Bagci zum wiederholten Mal sein Herz ausschüttetete und eine Colitis-Ulcerosa-Erkrankung bekannte, rastete die 19-Jährige aus: „Du sitzt doch hier nicht mit 'nem Tumor. Jeder Mensch hat Probleme.“ Die freundlichste Annahme wäre, dass Nathalie einfach nicht weiß, wie schlimm diese Darmerkrankung ist, von der sie vermutlich noch nie gehört hatte.

Ausraster - oder wie er selbst sagte: „sinnlose Diskussionen über Sinnlosigkeiten“ - waren auch für David Ortega, den spanischen Heißsporn („meine Cojones sind aktiviert“), zu konstatieren. Er gab den „Drama King“, als er sich minutenlang über Senior Gunter Gabriel echauffierte, wobei man gar nicht verstand, wieso eigentlich, und was dieser ziemlich ungerührt an sich abtropfen ließ: „Kleinkarierter Scheiß.“ Oder wie Sonja Wöllersheim sagt: „Marsmensch spricht mit Champignon.“

Der 73 Jahre alte Gabriel hatte große Momente, als er von der Verfolgungsjagd seiner beim Fremdgehen ertappten Freundin erzählte. Auf der Autobahn. Mit Rammen. Unter Drogen. Was ihn in die Psychiatrie brachte. Wo zwei Patientinnen über ihn herfallen wollten.

„Ich hab Sendezeit. Ich hab Presse. Ich hab Aufmerksamkeit“, konnte aber auch Helena Fürst sich freuen. Allerdings kam sie, die doch auf ganz tough und hart gemacht hatte, in der wirklich extremen Dschungelprüfung im dichtesten Kontakt mit Krabben, Schlangen, Kakerlaken, Skorpionen und Ratten an ihre Grenzen. Die Tiere wurden in Glaskästen gesetzt, in der Kopf, Hände und Beine der beiden Kombattanten feststeckten. Helena hielt durch, aber auch Jenny Elvers zeigte sich erstaunlich beherzt und tapfer, antwortete häufiger korrekt und gewann. Als Helena dann auch noch ein weiteres Mal für die Prüfung ausgewählt wurde, brach sie in Tränen aus. Auch die Zuschauer wissen, wie sie mit dem eigenen Abstimmungsverhalten die Dynamik im Camp befeuern und einzelne „Stars“ quälen können.

Um das Getier im Dschungel sorgt sich ja in schönster Regelmäßigkeit bereits die Tierschutzorganisation Peta. Manchmal fragt man sich, wer sich eigentlich Gedanken um die Menschen macht.

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