Die Boyband One Direction setzt mit „Midnight Memories“ ihren Erfolg fort

Durchkalkulierte Powersongs

Der richtige Riecher (im Uhrzeigersinn von links oben): Harry Styles, Zayn Malik, Louis Tomlinson, Liam Payne, Niall Horan. Foto: Sony

Wer immer auch geglaubt haben mag, dass die Ära der Massenaufläufe verursachenden Boyband mit dem Auseinanderbröseln von Backstreet Boys und *NSYNC zu Ende gegangen ist, der war ganz offensichtlich nicht dabei, als Harry Styles, Liam Payne, Zayn Malik, Louis Tomlinson und Niall Horan von One Direction jüngst ganz Australien (und zwischendurch noch Neuseeland) auf den Kopf gestellt haben. „Wir dachten, wir wären abgehärtet“, sagt auch Liam Payne, „aber die Reaktionen der Fans waren selbst für unsere Verhältnisse extrem.“ Nebenbei knackten sie noch den Besucherrekord für die Arena in Sydney - gegen 81 542 verkaufte Tickets an sieben Abenden hatten selbst Metallica das Nachsehen.

Gerade rechtzeitig auf dem mutmaßlichen Höhepunkt ihres Ruhms veröffentlichen One Direction jetzt ihr drittes Album innerhalb von drei Jahren. „Midnight Memories“ heißt es, und es setzt den Stilmix aus un-aneckendem Pop, Rock und einigen ruhigen Momenten fort, den man von dem Quintett kannte. Klar, das ist schon Fließbandarbeit, durchkalkuliert bis zum letzten der 18 Songs, aber so richtig übel ist das Album nicht. „Wir wissen, wer wir sind und wo unsere Stärken liegen“, so Payne. „Wir stehen für stimmungsvolle Powersongs. Wer One Direction hört, soll sich darauf verlassen können, dass es seine Laune verbessert.“

Insbesondere die Laune der Verantwortlichen der Firma Sony Music, die die Platten von One Direction herausbringt, dürfte glänzend sein - „Midnight Memories“ ist das sich am schnellsten verkaufende Album des Jahres in Großbritannien, in den USA bedeuten 546 000 verkaufte Stück Platz eins.

Die Jungs tun aber auch alles für den Erfolg. Sie benehmen sich anständig - unangenehme Schlagzeilen werden vermieden - und sie ackern. Kaum ist das Album eingesungen und veröffentlicht, wird die nächste Eskalationsstufe gezündet: 2014 geht es erstmals auf Stadiontournee. „Tourneen sind der tollste Aspekt unseres Lebens“, behauptet Liam, „und wir haben schon angefangen, uns Gedanken um die Show und die ganze Choreografie zu machen.“

„Stadionpop“ ist denn auch die Bezeichnung, die am besten auf diese verbraucherfreundlichen Songs passt. Doch gibt es auf „Midnight Memories“ auch Überraschungen. Die neue, romantisch-wehmütige Single „Story of my Life“ zum Beispiel geht beinah als Folk durch, die Songschreiber der Jungs haben sich wohl ein wenig von Mumford & Sons inspirieren lassen. Wer weiß: Sollte es den Briten, die nun alle um die 20 sind, dauerhaft gelingen, solch starke Songs zu veröffentlichen, dann könnten sie dem Boyband-Schicksal ja vielleicht ein Schnippchen schlagen.

One Direction: Midnight Memories (Sony), Wertung: !!!::

Von Steffen Rüth

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