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Dylan‘s Dream reißen das ausverkaufte Theaterstübchen mit ihren Bob-Dylan-Interpretationen mit

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Leidenschaft: Christine und Jörg Götzfried von Dylan’s Dream im Theaterstübchen.
Leidenschaft: Christine und Jörg Götzfried von Dylan’s Dream im Theaterstübchen. © andreas fischer

Die Band Dylan‘s Dream rockte vor ausverkauftem Haus im Theaterstübchen, Frontmann Jörg Götzfried überzeugt mit seinen eigenständigen Song-Interpretationen.

Kassel – „Ich denke, die wirklich natürlichen Dinge sind Träume, die die Natur nicht mit Verfall berühren kann.“ Genau wie ihr musikalischer Patron und Namensgeber Bob Dylan, baut die sechsköpfige Band Dylan‘s Dream auf die Macht der Träume – mit Erfolg, wie es das ausverkaufte Konzert im Theaterstübchen am Donnerstagabend lebhaft vor Augen führte.

2017 als Deutschlands beste Revivalband ausgezeichnet, tourt Dylan‘s Dream seit über 15 Jahren durch Europa, mit dem harten Kern um die Sänger Christine Götzfried und Jörg Götzfried sowie Juri Gretschko am Piano. In legendären Songs wie „The Times They Are a-Changin“, „Oh Sister“ und „Don‘t Think Twice“ entfaltete die Band eine ungezügelte und ansteckende Spielfreude. Die Formation reitet mit den musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten eines Sextetts durch die Dylan’schen Songs und taucht sie in Farben. Das funktioniert und es bleibt authentisch. So evoziert Gretschko am Akkordeon Dylans Mundharmonika-Sound mit herrlich sattem Volumen oder er liefert sich am Keyboard ein Duell mit Peter Adler, der auf seiner Gitarre wunderbar lustvoll bis an die rockige Schmerzgrenze geht. Bass (Erik Wallbach) und Drums (Michael Refke) lassen den Wüstenboden von Dylans Geschichten vibrieren, ohne die einfachen und unzerstörbaren Wahrheiten darin zu übertönen.

Was aus der beinahe zierlichen Sängerin an Soul und Blues aufsteigt, ist phänomenal, ein stimmlicher Geysir. An ihrer Seite rockt Jörg Götzfried, mit schlohweißer Mähne unterm Country-Hut, der die Songs verinnerlicht hat, ungekünstelt und souverän. Nach der ersten Hälfte sind Band und Publikum so rasant in Fahrt, dass Götzfried im zweiten Teil manchmal innehält. Mit wenigen Worten beschreibt er eine Szenerie in der Wüste Kaliforniens, eine lakonische Liebesgeschichte im Nirgendwo und illustriert humorvoll-sensibel den Song „One More Cup Of Coffee“, während das Keyboard die Hintergrundatmosphäre liefert.

Er steht zwischen einem künstlichen Bühnenkaktus und einem eher niedlichen Kojoten, dem Emblem der Gruppe, aber Götzfried nimmt sie alle mit, like a rolling stone, in die Zugaben hinein.

Von Andreas Erdmann

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