"E-Gitarren bleiben im Schrank": Johannes Strate über Revolverheld unplugged

In den vergangenen zwei Jahren ist keiner an Revolverheld vorbeigekommen: Gewinner des Bundesvision Songcontest, und Gewinner eines Echos. Und jetzt endlich: ein MTV-Unplugged-Album mit vielen verschiedenen Freunden der Band und eine Unplugged-Tour 2016. Für Johannes Strate, den Frontsänger der vierköpfigen Band, ist das etwas was ganz Besonderes. Ein Gespräch.

Herr Strate, „MTV Unplugged“ ist der Ritterschlag für Musiker. Was bedeutet es für Sie und die Band, dieses Album aufzunehmen zu dürfen?

Johannes Strate: Für mich war es ein echter Kindheitstraum. Ich bin aufgewachsen mit dem MTV-Unplugged-Alben von Nirvana, Pearl Jam, Paul McCartney und Sting. Das war für mich immer die große weite Welt. Ich habe immer gehofft, dass MTV uns irgendwann mal fragen würde und hätte nicht gedacht, dass es jetzt schon passiert. Deswegen hat es keine Sekunde gedauert, um ja zu sagen.

Was macht ein gutes Unplugged-Album aus?

Strate: Uns war wichtig das Album nicht einfach akustisch herunterzuspielen, sondern alle Songs neu zu arrangieren. Wir haben nochmal bei null angefangen. Haben uns externe Leute und Künstler dazugeholt, die sich den Song von einer anderen Seite angeschaut haben. Dann haben wir alles runterreduziert auf den Text, und alles, was E-Gitarre unter anderem betrifft, war dann natürlich raus. So sind wirklich völlig neue Songs herausgekommen. Wenn sich der Sound so verändert, ändert sich auch zum Teil die Aussage der Songs.

Können Sie darüber lachen, wenn der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann Sie als schlechteste Band Deutschland abstempelt? Strate: Jan und ich kennen uns schon lang. Er ist ja ein sehr kreativer Mensch und ich kann super viel über ihn und das, was er macht, lachen, weil er das sehr gut macht.

Was planen Sie als Nächstes? Kann Revolverheld noch größer werden?

Strate: Dieses „Höher, schneller, weiter“ steht nicht mehr auf meiner Agenda. Ich möchte jetzt nicht noch mehr Konzerte spielen und noch mehr Platten verkaufen, dann wird es irgendwann gierig. Jetzt steht erst einmal die Unplugged-Tour im März nächsten Jahres an. Ein Jahr lang akustisch zu spielen, das ist eine große Herausforderung, alle E- Gitarren bleiben dann im Schrank. Außerdem will ich in den nächsten Jahren Vielseitiges ausprobieren.

Sie waren auch ab der zweiten Staffel Coach in der Talentshow „The Voice Kids“ auf Sat.1. Warum haben Sie sich entschieden, da mitzumachen?

Strate: Ich habe mir das hinter den Kulissen natürlich angeschaut und meine Coach-Kollegen angerufen. Es hat sich herausgestellt, dass die Show sehr respektvoll mit den Kids umgeht. Es geht nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Die Kids probieren die große Bühne mal aus, und ich war dafür da, ihnen auf diesem Weg zu helfen. Ich habe auch mit vielen Kindern aus der letzten Staffel noch Kontakt. Für die ist „The Voice“ eine sehr motivierende Show.

Wann hat das mit der Musik angefangen bei Ihnen?

Strate: Ich habe schon immer viel gesungen. Um mich herum war immer sehr viel Musik, weil beide meiner Eltern Musik machen. Und so war ich schon als Vierjähriger bei Proben meines Vaters dabei. Mit zehn habe ich dann Gitarrenunterricht bekommen und mit 15 die erste Band gegründet. Ich wäre aber niemals mit acht in eine große Fernsehshow gegangen, das wäre mir eine Nummer zu groß gewesen.

Seit wenigen Tagen ist das „MTV Unplugged in drei Akten“-Album (CD, DVD, Bluray) auf dem Markt. Revolverheld geht es nächstes Jahr mit dem Album auf Unplugged-Tour.

Zur Person

Johannes Strate wuchs in Worpswede bei Bremen auf. 1998 begann er eine Gesangsausbildung, 2002 nahm er am Popkurs Hamburg teil. Im Winter 2002 gründete er mit Kristoffer Hünecke, Niels Grötsch, Jakob Sinn und Florian Speer die Band Revolverheld, damals unter dem Namen Manga. Bisher veröffentlichte die Rockband vier Alben und war national erfolgreich. In zwei Staffeln der Sat.1-Castingshow „The Voice Kids“ war Strate Coach und Jury-Mitglied. Der 35-Jährige wohnt mit der Schauspielerin Anna Angelina Wolfers und dem gemeinsamen Sohn in Hamburg. (rax)

Foto: Die Band heute: Jakob Sinn (von links), Niels Grötsch, Johannes Strate und Kristoffer Hünecke. Foto: dpa

Von Katharina Röse

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