Die E-Oma hat viel Energie: Neuer Club Batterie im Kulturbahnhof

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Immer für einen Spaß zu haben: Als E-Oma trägt Andreas Störmer auf der Konzertbühne einen Helm, und manchmal verpasst er sich sogar eine hübsche Maggie-Thatcher-Gedächtnisfrisur.

Andreas Störmer ist erst 39, aber für seine Freunde ist er die Oma. „Die haben mich so genannt, weil ich immer so fürsorglich bin“, sagt der Kasseler Musiker, der aus dem Spitznamen ein Alter Ego gemacht hat. Als E-Oma mischt er analoge Instrumente mit Synthesizer und Drumcomputer.

Ein bisschen muss man sich die E-Oma vorstellen, als würde ein Alleinunterhalter, der auf der Hochzeit die Orgel spielt, die Partygäste mit in den Techno-Club nehmen.

Weil die coolen Läden in Kassel überschaubar sind, hat Störmer nun seinen eigenen Club aufgemacht. „Batterie“ heißt der neue Veranstaltungsort im ehemaligen Zollamt im Nordflügel des Kulturbahnhofs. Mit seinem Kumpel Mathias Jakob, mit dem er ein Tonstudio betreibt, hat Störmer dafür die Firma 2000mA gegründet. Die „Batterie“ betreiben sie mit der Kreativwerkstatt Nachrichtenmeisterei.

Direkt neben dem stillgelegten Gleis, auf dem die documenta die faszinierende Jalousien-Installation der Koreanerin Haegue Yang zeigt, gibt es nun Konzerte, Lesungen und Performances. Am Donnerstag stellt die E-Oma dort ihr Debüt-Album „Midizin“ vor. „Wir wollen die Club-Kultur der Stadt langfristig bereichern“, sagt Störmer, der seinen Job als Erzieher im Kasseler Sportkindergarten Rennfüchse dafür aufgegeben hat: „Nach 15 Jahren wollte ich was Neues machen.“

Was Neues hatte er zuletzt schon mit dem „Unten“-Club etabliert - ebenfalls im Nordflügel des Kulturbahnhofs fanden Konzerte und Partys statt. Diesen Laden soll bald ein neuer Verein namens „Kultur für unten“ führen.

Mit der „Batterie“ und der Firma 2000mA versorgt Störmer die Kasseler Szene mit neuer Energie. Dass sein Akku bald leer sein könnte, darüber muss man sich keine Sorgen machen. Störmer hat Ausdauer und jede Menge Ideen. Früher spielte der aus Hemfurth am Edersee stammende Musiker die Kirchenorgel, dann machte er Alternative-Rock mit der Band Tempomatador, ehe er die elektronische Musik für sich entdeckte.

Eine eigene Webseite für die „Batterie“ gibt es noch nicht, aber die braucht es auch nicht. Bislang haben Störmer und seine Kollegen nur Werbung per Newsletter und über die Facebook-Seite gemacht. Und trotzdem war der Laden bei der Eröffnung so voll, dass manche draußen bleiben mussten.

E-Oma live: Donnerstag, 21 Uhr, Batterie, Joseph-Beuys-Straße.

www.klangdokumenta.de

www.studio-ks.de

Von Matthias Lohr

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