Gitarrist Thorsten Drücker gastierte mit dem Uniorchester in der Friedenskirche – Viel Applaus

Ebenso virtuos wie lässig

Konzentration: Gitarrist Thorsten Drücker tritt mit dem Uni-Orchester auf. Foto:  Zgoll

Kassel. In Hollywood wurde ein Stern für ihn auf dem Gehweg eingelassen, für seine Musik zur Serie „Rauchende Colts“ und zum Western „Die glorreichen Sieben“ wurde er berühmt. Der amerikanische Komponist Elmer Bernstein hatte große Erfahrung im Schreiben von effektvoller Filmmusik. Das war auch in seinem einzigen Konzert für Gitarre und Orchester zu spüren. Begleitet vom Sinfonieorchester der Uni Kassel unter der Leitung von Malte Steinsiek interpretierte Thorsten Drücker das selten zu hörende Werk als Abschluss am Mittwoch in der Friedenskirche.

Einen Bezug zu Amerika stellte schon der Beginn her: Paul Hindemiths kurzes, düster-dramatisches Vorspiel zu seinem Requiem entstand 1946 für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und des Amerikanischen Bürgerkriegs. Den melancholischen, vielleicht auch etwas verklärenden Tonfall teilte dieses Stück mit dem Adagio aus Bruckners 6. Sinfonie. Überzeugend gelang dem Orchester gerade im Thema der Celli der warme, singende Streicherklang. Das zu Beginn zeitlupenartige Tempo und nicht immer pointierte Einsätze nahmen dem Satz allerdings Spannung und Stringenz, die an vielen Stellen nötig gewesen wären. Umso energiegeladener und packender klang abschließend Bernsteins Konzert, das Drücker mit einem rezitativartigen Beginn begann.

Spanisch inspirierte Rhythmen, überraschende Harmoniewechsel und schwärmerisch-weite Melodien wurden ebenso lebendig wie zahlreiche Orchsterklangfarben (unter anderem mit Xylofon, Gong und Glockenspiel). Mit eindringlicher Mimik und gekonnter Lässigkeit arbeitete Drücker die Schnelligkeit und Virtuosität seiner Passagen heraus. Auf ein heiter-melodiöses Finale folgte herzlicher Beifall von über 200 Zuhörern.

Wieder heute, 20 Uhr Friedenskirche.

Von Felix Werthschulte

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