Das Improtheater Kasseler Feinripp strapazierte im Schlachthof die Lachmuskeln

Echt scharfe Nudeln

Wechselten blitzschnell die Register: Die Impro-Schauspieler vom Kasseler Feinripp, hier Mario Leck (links) und Frank Engelhardt. Außerdem standen Carolin Morell, Melanie Schwarzbach und als Moderator Jürgen Krempler auf der Bühne. Foto: Malmus

KASSEL. Der Saal war voll wie immer, die Stimmung optimal, und die Lacher waren oft kaum zu kontrollieren: Auch die 54. Aufführung des Improtheaters Kasseler Feinripp am Samstagabend im Kulturzentrum Schlachthof war ein voller Erfolg. Große Kleinkunst auf der Bühne boten Frank Engelhardt, Mario Leck, Carolin Morell, Melanie Schwarzbach und als Moderator Jürgen Krempler.

In fast zwei Stunden reiner Spielzeit brannten die vier Schauspieler ein Feuerwerk an Ideenreichtum und Spontaneität ab. Wie dem Publikum aus Stammgästen und Neulingen noch einmal mitgeteilt wurde: Nichts war vorher geplant. Wie könnte man auch planen, aus den beiden Begriffen Duschvorhang und Auto ein spannendes Kurzdrama mit Happy End zu machen? Oder das Märchen von Rapunzel als Dokumentarfilm und als Musical darzustellen?

Überraschende Wendungen, die Fähigkeit der Schauspieler, blitzschnell die Register zu wechseln und ihre Bereitschaft, sich bis zur letzten Faser einzubringen, sei es als Hund oder als zwei Selbstmordkandidaten in fünf Sekunden, machten den Abend überaus kurzweilig.

Eine Potenzierung der Wirkung erfuhren die Nummern immer dann, wenn Musik ins Spiel kam. Die Operette zum Thema „Entdeckung Amerikas“ war so ein Sonderlacher. Als Indiofürst bot Carolin Morell Christoph Kolumbus mit dem Song „Nudeln mit Chili“ die Stirn. Echt scharf, wie der Entdecker feststellen musste.

Auch die Nummer „Sing deine Gedanken“ von zwei Muskelmännern im Fitnessstudio hielt die Zuschauer kaum auf den Sitzen. Der Rap vom Glatteis, der im Gebet „Lass Salz vom Himmel regnen“ endet, machte der amüsanten Improvisationsrevue dann ein jahreszeitlich passendes Ende.

Von Johannes Mundry

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