Die Internationale Ensemble Modern Akademie gastierte in der „Soundcheck“-Reihe

Effekte treffen auf Physik

Klangliche Fantasie: Das IEMA-Ensemble unter der Leitung von Yalda Zamani mit Hannah Walter (von links), Benoit Morel, Bernhard Rath, Hyun Jung Kim und Jonathan Weiss. Fotos: Fischer

KASSEL. Das in Frankfurt ansässige Ensemble Modern ist eine weltweit führende Institution für Neue Musik und hat auch einen eigenen Ausbildungsbereich: die Internationale Ensemble Modern Akademie (IEMA). Bereits zum vierten Mal gastierte sie nun in der „Soundcheck“-Reihe: Die exzellenten Mitglieder des IEMA-Ensembles 2016/17 spielten am Dienstag im Konzertsaal der Uni Kassel.

Sowohl Musik des Altmeisters Helmut Lachenmann als auch solche der jungen Komponisten-Generation war zu hören – eine aufschlussreiche Gegenüberstellung. Im Vergleich mit Lachenmanns „Trio fluido“ (1966) wirkte die übrige Musik weniger streng, wenn auch durchaus spannend in ihrer klanglichen Fantasie.

Das galt besonders für die Uraufführungen der beiden Werke, die in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Komposition des Tokyo College of Music entstanden waren. Die Komponistinnen Huey Ching Chong (Jahrgang 1986) und Erika Kimura (Jg. 1991) waren auch anwesend.

Muntere Effekte

Die Klangfantasie umfasste manch munteren Effekt: In dem Stück von Huey Ching Chong hatte Dirigentin Yalda Zamani etwa mittels einer Kastenratsche ein schnarrendes Geräusch zu erzeugen. Etwas flau dagegen ein Streichtrio von Farzia Fallah. Leicht zugänglich dank einer motorisch treibenden Passage war das Werk „Photonic Constructions I“ des Griechen Minas Borboudakis.

Zur Reihe „Soundcheck“ gehört immer ein begleitender Essay. Passend zu den „Photonic Constructions” sprach diesmal der Kasseler Physiker Prof. em. Dr. Burkhard Fricke über das Thema Licht und brachte den 60 Zuhörern ein komplexes Gebiet näher – bis hin zur Quantenmechanik. Dass der Begriff „Quantensprung“ in seiner umgangssprachlichen Bedeutung als großer Sprung komplett falsch ist, war eine der Lehren dieses mit viel Beifall aufgenommenen Abends.

Es spielten: Jonathan Weiss (Flöte), Mathias Lachenmayr (Schlagzeug), Hannah Walter (Violine), Bernhard Rath (Violoncello), Hyun Jung Kim (Klarinette), Takuya Otaki (Klavier), Benoît Morel (Viola), Yalda Zamani (Dirigentin).

Von Georg Pepl

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