Neu im Kino: Michael Douglas als „Liberace“

Der Egozentriker wird liebenswert

Der Schauspieler: Michael Douglas als Liberace Fotos:  DCM/dpa

Der Entertainer Liberace hat schon in den 60er- und 70er-Jahren die amerikanischen Bühnen aufgemischt und dabei hunderte von Millionen gescheffelt. Nun setzt ihm ein wirklich erstaunlicher Film ein angemessen spektakuläres Denkmal.

Scott (Matt Damon) ist ein Junge vom Lande, der Hunde für Fernsehauftritte trainiert und noch nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Jenes Leben nimmt 1977 eine unerwartete Wendung, als Scott Superstar Liberace (Michael Douglas) kennenlernt. Der Pianomeister zeigt sich von dem prächtigen Burschen ungemein entzückt und lädt ihn sofort ein, sein Leben im Prunk mit ihm zu teilen. Für den Auserwählten nimmt eine jahrelange Achterbahnfahrt der Gefühle ihren Lauf…

„Zu viel des Guten ist wundervoll“ – diesen legendären Ausspruch des Titelhelden hat auch Regisseur Steven Soderbergh bei seinem Ausflug ins Dasein des Paradiesvogels verinnerlicht.

Deshalb wandeln die Schauspieler in „Liberace“ in glitzernden Kostümen durch pompöse Kulissen, dass selbst der Sonnenkönig vor Neid erblassen würde. Die Transformation des Hauptdarstellers Michael Douglas ist perfekt. Völlig uneitel stellt sich der Star aus „Basic Instinct“ und „Wall Street“ in den Dienst des Künstlerporträts.

Dabei gelingt ihm ein kleines Wunder: Er macht die schrille, irrationale und egozentrische Ikone zur liebenswerten Figur. Die Schauspielkollegen haben Glück, dass der Film als ursprüngliches Fernsehprojekt nicht in die Wertung für den Oscar eingeht. An Douglas hätte kein Weg vorbeigeführt.

Genre: Biografie

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

Von Andre Wesche

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