Ein eher flüchtiger Zauber

Die Musical-Produktion Sissi machte in der Stadthalle Station

Ohne Strahlkraft: Szene aus dem Musical mit Sissi und Franz Joseph (Karolina Pasierbska und Martin Sommerlatte). Foto: Schachtschneider

Kassel. Österreich war Heimat vieler legendärer Persönlichkeiten. Man denke nur an Mozart. Doch wohl keine Lebensgeschichte hat so berührt wie das märchenhafte Leben und tragische Ende von Elisabeth Amalie Eugenie, genannt „Sisi“ oder „Sissi“ (1837-1898). 

Zu Weltruhm gelangte sie durch die märchenhaft verklärenden Sissi-Filme aus den 50er-Jahren mit Karlheinz Böhm und Romy Schneider.

Am Sonntagabend lockte das Musical „Sissi – Liebe, Macht und Leidenschaft“ mehr als 700 Besucher in die Stadthalle. Von George Amade wurde es komponiert, die Texte schrieb Jean Müller.

Das Fazit vorweg: Die Macher und Darsteller dieser Produktion haben sich Mühe gegeben. So viel darf man zugestehen. Zauber und Tiefe aber besaß diese Produktion selten. Zu flüchtig reihten sich die zahlreichen Lieder und Bilder, die die Lebensstationen der jungen Kaiserin nachzeichnen sollten, aneinander. Das tragische Ende der realen Sissi durch ein Attentat sparte auch dieses Musical aus. Schluss war nach der Krönung in Ungarn.

Großes Lob gebührt zumindest den nach originalen Schnittmustern in Wien hergestellten Kostümen. Auch die Bühnenbilder waren akzeptabel. Drehbare Stellwände, mit riesigen Gemälden alter Meister verziert, flankierten die königlichen Gemächer, Leinwände im Hintergrund, Waldmotive, die etwa Sissis Heimat in Possenhaufen symbolisierten, sorgten für räumliche Tiefe.

Die Lieder jedoch hatten selten Strahlkraft. Einfache, auf Wirkung ausgerichtete Kompositionen. Kaum charismatische Melodien. Gesanglich gab’s nichts zu meckern, aber auch nichts zu bejubeln.

Martin Sommerlatte als Kaiser Franz Joseph und Karolina Pasierbska als Sissi machten ihre Sache ordentlich. Einen Höhepunkt jedoch hatte diese Musical-Produktion: Die Hauptdarstellerin. Sah sie nicht aus wie die Film-Sissi, wie Romy Schneider? Zumindest das gab diesem Abend nun doch ein wenig Zauber. Eher mäßiger Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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