Silvia und Lutz Freyer planen Schau im Kunstverein mit Schülern des documenta-Künstlers Fritz Schwegler

Zu Ehren eines großen Lehrers

Fritz Schwegler

Kassel. Joseph Beuys war der bekannteste Künstler an der Düsseldorfer Kunstakademie, aber Fritz Schwegler der beste Lehrer. Das sagen Silvia und Lutz Freyer. Beide haben ihr Studium in der Schwegler-Klasse absolviert. Das Kasseler Künstlerehepaar organisiert zu Ehren des zweifachen documenta-Teilnehmers, der am 7. Mai 80 Jahre alt geworden wäre, eine große Ausstellung im Kasseler Kunstverein.

Silvia und Lutz Freyer haben Angehörige unterschiedlicher Schüler-Generationen Schweglers aus seiner Düsseldorfer Zeit 1973 bis 2001 zur Teilnahme gewonnen. 33 Künstler werden eine große Vielfalt von Malerei, Zeichnung, Fotografie, bildhauerische oder konzeptuelle Arbeiten sowie musikalische Beiträge präsentieren.

Viele bekannte Namen sind unter den Schwegler-Schülern: Gregor Schneider, Thomas Demand, Martin Honert oder Sonja Alhäuser, die als Bildhauerin mit Butter oder Schokolade bekannt geworden ist und mit Banketten aus essbaren Skulpturen Furore gemacht hat. Von Maik Löbbert – Rektor der Kunstakademie Münster, wo sein Bruder Dirk Professor ist – stammt das rote Beton-Kreuz am Blutspende-Zentrum des DRK an der Mönchebergstraße.

Die Freyers verstehen die Ausstellung, die am 24. Juli im Fridericianum eröffnet wird, auch als Beitrag des Kunstvereins zum 60-jährigen Bestehen der documenta. Mit Thomas Schütte, Norbert Radermacher und Christian Philipp Müller sind teils mehrfache documenta-Künstler im Schwegler-Netzwerk dabei, Radermacher und Müller lehren zudem an der Kasseler Kunsthochschule. Der früh verstorbene Schwegler-Schüler Stefan Demary war hier Professor.

Auch Schwegler hatte eine Verbindung nach Kassel, über seine documenta-Teilnahmen 1972 und 1987 hinaus. Für die Künstler-Nekropole am Blauen See schuf er einen Sarkophag. Bestattet wurde er aber nach seinem Tod am 3. Juni vorigen Jahres in seinem Geburts- und Heimatort Breech bei Göppingen, wo er tief verwurzelt war. Erde von dort soll noch in den Habichtswald verbracht werden, so Silvia und Lutz Freyer, die noch sehr berührende Begegnungen mit Schwegler hatten – nach 20 Jahren war es, als sei gar keine Zeit vergangen: „Wir haben erst viele Jahre nach dem Studium begriffen, was für ein guter Lehrer er gewesen ist.“ Kunst nicht isoliert zu sehen, sondern mit dem Alltag zu verbinden, die Wahrnehmung für die Dinge und den Raum zu schulen, darin habe seine Meisterschaft gelegen.

Zur Finanzierung sind die Freyers noch auf Sponsorensuche. Und sie haben eine Edition der über 30 Künstler in einer 40er Auflage im Format DIN A 4 aufgelegt. Sie kann bereits zum Subskriptionspreis von 2500 Euro reserviert werden. Zum Ausstellungsbeginn wird die Edition 3500 Euro kosten.

Infos: www.kunst-freyer.de

Von Mark-Christian von Busse

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